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Der Podcast für mehr IT-Sicherheit

#78 Muss IT eigentlich immer einfacher werden?

Warum die bequemste Lösung nicht immer die beste ist.

25.09.2026 64 min

Zusammenfassung & Show Notes

Wir diskutieren, ob gute IT wirklich immer einfach sein muss. Dabei geht es um Benutzerfreundlichkeit, Sicherheit und notwendige Komplexität. Denn nicht alles, was bequem ist, ist auch sinnvoll – und nicht alles, was kompliziert wirkt, ist schlecht.

IT soll einfach funktionieren – möglichst ohne zusätzliche Klicks, Einschränkungen oder komplizierte Prozesse. Doch ist eine einfache IT automatisch auch eine gute IT?

In dieser Episode diskutieren René und Michael darüber, warum zusätzliche Komplexität manchmal notwendig ist. MFA macht eine Anmeldung nicht einfacher, fehlende lokale Adminrechte schränken Mitarbeiter ein und Freigabeprozesse können zusätzliche Arbeit verursachen. Trotzdem können genau diese Maßnahmen Sicherheit erhöhen, Risiken reduzieren und die IT für das Unternehmen insgesamt besser beherrschbar machen.

Dabei kommt es vor allem auf die Perspektive an: Was für einen Anwender einfach ist, kann für die IT zusätzlichen Aufwand und neue Risiken verursachen. Was für die IT sinnvoll erscheint, kann wiederum die tägliche Arbeit der Mitarbeiter erschweren. Und die Geschäftsführung muss neben Produktivität und Kosten auch Risiken, Verantwortlichkeiten und mögliche Haftungsfragen berücksichtigen.

Gleichzeitig darf Komplexität nicht zum Selbstzweck werden. Zu viele Tools, historisch gewachsene Strukturen, unterschiedliche Lösungen für denselben Zweck oder unnötig komplizierte Vorgaben können IT schwerer beherrschbar machen, ohne einen echten Mehrwert zu schaffen. Standardisierung kann deshalb zunächst Freiheit nehmen, langfristig aber für mehr Transparenz, Sicherheit und Kontrolle sorgen.

Zum Abschluss stellen René und Michael fünf Fragen vor, mit denen sich Prozesse und Technologien hinterfragen lassen: Wird die Arbeit für den Anwender einfacher? Wird der Betrieb für die IT beherrschbarer? Entstehen neue Risiken? Verstehen wir noch, was im Hintergrund passiert? Und wird das Unternehmen insgesamt einfacher – oder verschieben wir die Komplexität lediglich an eine andere Stelle?

Die zentrale Erkenntnis: IT sollte nicht um jeden Preis einfach sein. Sie sollte so einfach wie möglich sein, ohne dabei ihren Sinn zu verlieren. Und notwendige Komplexität sollte dort liegen, wo sie professionell verstanden, kontrolliert und beherrscht werden kann.


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Transkript

Grüß dich, René. Hi.
René
00:00:58
Moin, Michael.
Michael
00:01:00
Moin.
René
00:01:01
Ja, wieder Freitag, wieder zurück in der users lounge. Ja, wir haben auch wieder eine neue Frage, oder ich habe wieder eine neue Frage mitgebracht für unser Gespräch heute hier. Und ich denke, das ist auch tatsächlich etwas, das immer aktuell bleibt. Also, das ist etwas, was, glaube ich, einfach nicht... Also, man wird nie um diese Frage zukommen, wenn man jetzt über neue Dinge spricht. Und zwar ist die Frage, muss IT eigentlich wirklich immer einfacher werden? Also, das ist, glaube ich, etwas, das wird sich auf ewig durchziehen, weil Veränderungen natürlich immer irgendwie was mit sich bringen. Mal wird es einfacher, mal wird es halt vielleicht auch ein bisschen komplizierter, aber bringt was anderes mit sich. Also, dementsprechend geht es halt wirklich darum, muss gute IT halt wirklich möglichst einfach sein, oder gibt es halt Situationen, in denen gute IT vielleicht auch bewusst unbequem ist?
Michael
00:02:00
Genau. Wobei wir ja heute den Fokus mal auf IT legen. Wir hatten so in den letzten Podcasts immer schon mal auch das Thema mit Software angesprochen. Das ist das, was wir heute mal bewusst nicht angehen, sondern wir reden heute mal bewusst über IT, Hardware, Strukturen und weniger, ob der Klick vom Senden-Button bei Outlook jetzt an der richtigen Position ist.
René
00:02:24
Ja, das auf jeden Fall nicht, das stimmt. Aber davor, also es wird natürlich auch so ein bisschen mal Software anschneiden, aber ja, du hast schon recht, der Fokus liegt woanders.
Michael
00:02:36
Ja, sehr gut. Cooles Thema. Lass uns einsteigen. Lass uns ein bisschen darüber diskutieren.
René
00:02:42
Genau. Ja, sagen wir mal so, also wenn wir jetzt die Frage einfach nochmal wieder aufgreifen, also die Kernfrage, Michael, wenn eine IT-Lösung komplizierter wird als vorher, kann sie dann wirklich besser sein?
Michael
00:03:03
Ja, genau. Wenn das mal eine Lösung ist, hätte ich gerne mal ein Problem zurück, fällt mir da ganz spontan ein. Es kommt immer darauf an, was du mit der Lösung löst, also welches Problem, immer wieder das gleiche Thema, welches Problem du damit catchst. Und je nachdem, was du für ein Problem hast, kann es durchaus sein, dass eine Lösung, die du dir gefunden hast, entsprechend ein wenig komplizierter ist oder komplexer ist oder nicht einfacher ist, aber trotzdem notwendig ist, um eben ein Problem oder ein Thema nachhaltig in deinem Unternehmen zu lösen. Ja, als Beispiel, was sofort einfällt bei solchen Themen, was ganz ein Klassiker ist, du erhöhst die Anzahl der notwendigen Zeichen beim Passwort. Das ist nicht immer für alle Mitarbeiter bequem, das ist nicht immer für alle einfacher, sondern es ist halt einfach komplizierter, aber trotzdem ist es ein notwendiger Schritt, um eben besser zu sein in einem Unternehmen und sicherer zu sein.
René
00:04:02
Ja, es ist ja auch so, man muss ja immer so ein bisschen schauen, also wer auch gerade, ich sag mal, auf der einen Seite hast du natürlich die Technik, auf der anderen Seite die Benutzer, da hatten wir ja schon ein paar Mal über User Experience und was weiß ich was gesprochen, also sprich, die hätten natürlich immer gerne weniger Klicken, weniger Systeme, es soll alles möglichst einfach sein, weniger Arbeitsschritte, viel mehr Automation und so weiter. Dann theoretisch könnte die Antwort dann ja auf diese Frage sein, guter IT ist einfacher IT. Ja, so einfach kann man es sich aber tatsächlich nicht machen, weil es ist halt immer der Betrachtungswinkel, wer gerade darauf schaut.
Michael
00:04:48
Das ist auch eine super wichtige Sache, was du gerade gesagt hast, das ist der Betrachtungswinkel, für wen muss es denn einfacher werden oder für wen ist es denn gut an dieser Stelle. Und je nachdem, wenn du einen ITler hast, für den ist es vielleicht einfacher, er geht über die Konsole mit irgendwelchen Befehlen rüber und sagt, das ist super toll, für was brauche ich irgendwelche grafischen Anwendungen, ich kann das vernünftig beschreiben, ich kann über die Konsole alles machen, lass mich in Ruhe mit dem anderen Kram. Hingegen ein anderer, der auf die Sache kommt, sagt, um Himmels Willen, was ist denn jetzt los, ich brauche auf jeden Fall irgendein User Interface, womit ich interagieren kann. Also von daher ist die Sichtweise immer, von welcher Blickrichtung gucken wir und auch immer die Frage, wer darf die Blickrichtung bestimmen, beziehungsweise wer bestimmt am Ende, wie es wird. Ist das der ITler, der sagt, ich hätte aber jetzt gerne genau das so, ich brauche das so, oder ist es vielleicht der User oder sonstige Unternehmen oder Geschäftsleitung, die sagen, ich hätte es aber gerne in eine andere Richtung. Das ist immer so eine Schere, wo man entsprechend betrachten muss, in welche Richtung gehe ich, was gucke ich mir an, mit dem Ziel besser zu werden. Und dann kann es auch mal komplexer werden.
René
00:06:10
Ja, also wenn wir jetzt da einfach mal die Beispiele nehmen, die Anmeldung wird komplizierter, wenn wir jetzt MFA einrichten. Das ist aus Sicht der User so, aus der Technik logischerweise erhöht es die Sicherheit. Oder Freigabeprozesse machen die Beschaffung schwieriger. Also es muss ja nicht alles immer rein IT-basiert sein, sondern es können auch ganz andere Prozesse sein, aber die es dann vielleicht ein bisschen schwieriger machen oder eine kleine Schleife bilden, aber trotzdem einen Mehrwert bieten.
Michael
00:06:42
Ja, wobei ich IT-Beschaffung, wir hatten mal das Thema mit Schatten-IT, wobei ich das Thema IT-Beschaffung ja durchaus komplett mit in die IT einbeziehe. Also klare Strukturen, komplexere Sachen.
René
00:06:52
Ja, mir ging es jetzt nur darum, der ist nicht zwingend IT-basierend, also den führst du nicht rein technisch durch, sondern ist ja ein Prozess, der läuft ja noch so nicht an dem System vollständig vorbei, aber es ist ja schon, also diesen Prozess zu haben, ist ja schon mal was anderes.
Michael
00:07:09
Genau, ja. Was mir einfällt, immer spontan an so einer Sache, was so ein Running Gag seit Jahren ist, ich war da auch mal in einem Angestelltenverhältnis, immer selber von mitbetroffen ist, dass du einfach auf deinem Notebook oder auf deinem Desktop-Rechner, du bist halt einfach kein Local Admin. Ja. IT-Sicherheit nach oben, ja. Du bist halt einfach auf deinem Rechner kein Local Admin. Und ich weiß noch, wie viel Diskussion ich immer, ich habe im Service gearbeitet und haste zwischendurch mal Servicetool installieren müssen oder Entwicklungsabteilung, die haben immer mal irgendwas, was irgendwie gemacht werden muss. Da bist du schnell in der Diskussion drin, dass du sagst, wie einfach wäre es, ich könnte jetzt, aber nein, ich bin kein Local Admin. Ich habe meinen Local Admin-Passwort. Ich darf es eben nicht. Ich muss mich mit der IT auseinandersetzen. Und das sind durchaus Sachen, wo man auch wieder praktisch sieht, es ist mit Sicherheit komplizierter, aber es erhöht auf jeden Fall die Sicherheit der IT. Und da steckt ernsthaften Sinn dahinter, dass das so gemacht wird. Das ist so das, was mir so spontan kommt.
René
00:08:11
Also ich sage mal, also rein in der Technik, also aus Sicht des Technikers jetzt, löst es ja auch einige Probleme, wenn er es einrichtet. Weil du hast ja immer so Dinge wie Zensierung, du hast Kompatibilität und so weiter. Es sind ja viele Dinge, Support, Patch Management, keine Ahnung, alles, was da so kommt. Das sind ja alle Sachen, die der Techniker ja quasi sofort auf dem Schirm hat, wenn er es einrichtet. Der Benutzer natürlich will sagen, also Mist, ich will es einfach nur installieren und nutzen.
Michael
00:08:37
Es soll einfach nur laufen. Der Rest ist mir doch egal. Aber auch nur so lange kommen wir ins nächste Ding. Aber auch nur so lange, bis vielleicht irgendwas wieder nicht mehr geht. Dann ruft er nämlich dann doch wieder die IT an und sagt, hier, pass mal auf, ich habe mir eigenmächtig vor einem halben Jahr eine Software installiert. Da liegen jetzt eine ganze Menge Daten drin. Flupp, die Software geht nicht mehr. Kannst du mal eben gucken, ich brauche ganz, ganz dringend die Daten. Und dann ist eben doch die IT wieder dran. Und deswegen macht es durchaus Sinn, dass Leute da vernünftig drauf gucken und da entsprechenden Fokus drauf haben.
René
00:09:09
Richtig. Und jetzt kann man noch mal eine dritte Position da heranziehen. Jetzt haben wir ja gerade über Techniker und Benutzer gesprochen. Wenn wir jetzt mal über die Geschäftsführung sprechen. Die Geschäftsführung, die guckt sogar noch Zwiegespalten drauf. Weil auf der einen Seite könnte sie auch sagen, ja, wenn er selber installieren kann, ist ja viel produktiver, effektiver. Somit senke ich ja meine Kosten quasi. Ist halt immer die Frage, wie umfangreich so eine Installation und so. Da wollen wir jetzt gar nicht drauf ein. Aber du weißt, was ich meine. Und auf der anderen Seite, sollte dann was passieren, ist die Frage Haftung und Risiko. Die Geschäftsführung guckt selber sogar in zwei Richtungen oder sollte in zwei Richtungen da drauf schauen. Also da dementsprechend. Aber wie du schon sagst, eigentlich ist immer die Frage, wer bestimmt dann wirklich auch, was einfach ist oder eben auch nicht.
Michael
00:10:00
Also irgendeiner muss bestimmen, wie es werden soll. Genau.
René
00:10:04
Ja, ich hatte eingangs ja auch gesagt, okay, gibt es vielleicht auch Fälle, wo IT wirklich bewusst auch unbequem sein soll? Wann muss aus deiner Sicht, also wirklich der Fokus auf das Wort muss IT auch wirklich unbequem sein?
Michael
00:10:27
Also was für mich spontan ist, was auch alle betrifft, ist, wo es unbequem sein muss. Es muss nicht unbedingt furchtbar unbequem sein, aber wo es inzwischen echt ein Hügel sein muss. Für mich ist ein Passwortmanager und Multi MFA absolute Pflicht bei allen Zugängen. Das ist halt was. Das hast halt einen zusätzlichen Schritt. Du musst halt dein Handy in die Hand nehmen. Du hast irgendeinen Code, den du abrufst per Mail, wo du nochmal dich zusätzlich einloggen musst. Irgendwas. Also so ein MFA beim Einloggen ist für mich absolute Pflicht. Das ist unbequemer im ersten Schritt vielleicht, aber auch dafür gibt es vernünftige Lösungen. Aber das ist für mich, da muss es unbequemer sein, dass du einfach da die Würde drin hast. Das ist für mich so ein Klassiker, wo ich sage, jawohl, früher war es einfacher. Du hast vier Zahlen eingegeben und warst drin. Heute überlegst du dir irgendwie 25 zeitliche Passwörter, die du irgendwo speicherst oder im Kopf hast, im Idealfall in einer Passwort-App. Hast ein MFA noch dabei, musst noch irgendwie einen Outcode irgendwie dir holen. Es ist schon komplex, in die Systeme reinzukommen, aber das ist für mich absolut essentiell.
René
00:11:35
Also jetzt nur kurz zur Klarstellung. Ich glaube, das muss auch, das kann man jetzt zweierlei sehen. Auf der einen Seite könnte man jetzt sagen, okay, für die Benutzer muss es unbequem sein, in dem Sinne, dass sie auch merken, dass das jetzt keine Kleinigkeit mehr ist. Also gerade MFA, glaube ich, ist halt einfach schon so ein Ding, dass die Zugänge geschützt werden, dass da auch diese Denke dementsprechend entsteht, dass der Nutzer selber sagt, ja, da muss was passieren, das ist okay. Das ist jetzt nicht so gedacht, dass wir jetzt sagen, dem Nutzer müssen wir jetzt gerade in dem Sinne einfach wirklich auf den Sack gehen, sondern es geht wirklich einfach nur darum, eigentlich, es gibt bestimmte Schritte, die muss man einfach machen, um die Sicherheit oder um Ähnliches dann zu erhöhen. Deswegen muss da diese Hürde drin sein. Und auf der anderen Seite, wie gesagt, so ein bisschen, ja, Awareness ist jetzt vielleicht ein bisschen zu hoch gegriffen, aber es wird dann schon offensichtlicher, dass wir da ein Thema gerade haben, was nicht ganz trivial ist.
Michael
00:12:38
Wobei es auch hier wieder immer auf die, für wen ist es einfacher, für wen ist die Sichtweise und wie entscheidend guckt die Geschäftsleitung obendrauf und wie ist die Strategie für das Unternehmen? Also auch da, ich schmeiße nur mal Passkeys in den Raum rein, ich schmeiße nur mal Single Sign-On in den Raum rein. Also es gibt ja ganz, ganz viele Optionen, es sicher und einfach zu haben, aber auf jeden Fall muss es sicher sein. Also wir sind mal wieder in der Sache, hier ist sicher das, was im Fokus steht und der Bedienkomfort hängt hinten ran. Und wenn ich die Sicherheit mit anderen Komfortmerkmalen kombinieren kann, dass es am Ende wieder einfach wird, bin ich fein mit. Aber erst mal ist das genau so ein Thema, wo ich sage, an der Stelle muss die Technik rein. Das ist immer wieder schön bei unseren technischen und organisatorischen Maßnahmen, wir kommen da immer wieder irgendwie drauf, aber an der Stelle ist es halt einfach ein unbequemerer Schritt, wie er vorher war, wenn du halt eben mit zwei Faktoren etc. arbeitest. Aber notwendig, du kannst nicht einfach sagen, mach Passwort 4 Buchstaben oder 4 Zahlen und dann bist du durch mit das. Das ist halt einfach, es geht nicht mehr. An dieser Stelle ist es erst mal unbequemer.
René
00:13:50
Ja, ich glaube auch, man muss das halt so ein bisschen so und so sehen. Also, ja, sehe ich auch so. Also man sollte die Maßnahmen, wenn sie denn, also ich sage mal so wie MFA, ja, die müssen halt gemacht werden, um die Sicherheit reinzubringen. Und so wie du sagst, wenn du Single Sign-On hast und so, das erleichtert dir ja schon den einen oder anderen Schritt und ist dann trotzdem sicher. Und du hast ja immer noch das MFA dahinter. Also dementsprechend passt das. Man muss halt immer ein bisschen vorsichtig sein. Also es gibt natürlich auch die ein oder andere Sache, wo man aufpassen muss, dass das, ich weiß nicht mehr genau, wie du es ausgedrückt hast, aber die Natur findet seinen Weg oder sucht sich seinen Weg. Das heißt, wenn ich die Hürden zu hoch gestalte, dann werden Mitarbeiter natürlich auch nach Lösungen suchen, diese zu umgehen. Das ist halt schon ein Faktor. Dementsprechend finde ich es ganz gut. Oder sollte darauf geachtet werden, dass die Hürde da nicht so hoch ist, dass da genau dieser Prozess in Gang kommt. Wenn wir jetzt mal auf das Beispiel von dir. Du hast ja gerade selber gesagt, am Administratorenrechter auf Rechnern. Auch da kann man genau die gleiche Frage stellen. Ich meine, auf der einen Seite, du hast den Anwender. Da ist ja dann die Frage, warum darf ich denn nicht einfach installieren? Meine Güte, ich weiß doch, was ich brauche. Ich mache das schon richtig. Und auf der anderen Seite ist ja natürlich der Techniker, der sagt, ganz ehrlich, wir haben hier 150 Rechner stehen. Und wenn jeder hier installiert, was er will, sind alle in unterschiedlichen Zuständen. Das muss ich alles wieder verwalten. Oder wir in der Abteilung. Kann man auch von zwei Seiten sehen. Ist es jetzt wirklich von der IT bevormunden, weil sie halt sagen auf der einen Seite, wir wollen da jetzt nicht so Kraut und Rüben haben. Oder ist es halt wirklich professionell einfach zu sagen, es geht halt nur so geordnet.
Michael
00:15:46
Ab einer gewissen Unternehmensgröße kommst du an dem Ding nicht dran vorbei. Das ist meine absolut feste Überzeugung. Und es ist aber auch wieder so ein Stück weit Mindset im Unternehmen. Wie kompliziert will ich es haben? Wie hätte ich es gerne? In der Regel kommst du aber, wenn du spätestens einen IT-Dienstleister hast, wenn du was dran hast, das kennt doch jeder. Je einheitlicher und je homogener du mit Sachen unterwegs bist, umso einfacher hast du es. Umso eher kannst du mal was austauschen. Umso eher kannst du was upgraden. Umso eher erkennst du, ich habe einen Fehler. Dann habe ich an 20 Rechtern identisch. Dann werde ich wohl an 20 Rechtern jetzt mal nach dem Fehler gucken müssen. Also je gleichmäßiger du deine Systemlandschaft und erst recht die Software auf den Dingern hast, umso einfacher und umso professioneller und effektiver kannst du im Unternehmen mit dem ganzen Kram arbeiten. Das ist einfach so.
René
00:16:39
Das sehe ich ganz genau so. Wie gesagt, aus Sicht der Benutzer könnte es aber manchmal so wirken, wie hey, du willst doch einfach nur was zu sagen haben. Du weißt ja, welche Sätze dann aber vielleicht noch fallen.
Michael
00:16:54
Habt ihr in der IT nichts Besseres zu tun, als mich zu geißeln, dass ich euch fragen muss, um eine Software zu installieren?
René
00:17:01
Und das ich, kleiner Mitarbeiter. Ja, ja, kenne ich. Ja, wenn wir jetzt weitere Beispiele nehmen. Also ich will jetzt gar nicht ganz kleinlich drauf ein, aber mir würden jetzt so spontan auf jeden Fall Berechtigungen noch mal einfallen, wo dann die Frage kommt, warum darf ich da denn nicht drauf gucken?
Michael
00:17:20
Ja, aber auch das, das sind halt auch Dinge, früher hatten wir das so, kann ich gleich noch was Tolles zu erzählen. Aber du brauchst halt diese Regeln im Unternehmen, dass Dinge tickern. Das machst du, das muss ja bewusst, also das ist schon provokant, was wir heute am Thema haben, das muss schon bewusst komplizierter sein. Nein, aber es muss bewusst geregelt werden, dass es für einige Mitarbeiter komplizierter ist, weil diese klassische Rechtevergabe auf dem Serverlaufwerk, das Thema hatten wir vor 30, 25, 30 Jahren schon und wir werden wahrscheinlich in 30 Jahren immer noch Laufwerke haben, wo Ordner sind, die nach Abteilungen heißen und die, die in der Abteilung arbeiten, haben Zugriff auf den Ordner und die, die nicht in der Abteilung arbeiten, sehen das eben nicht. Und dann wird es in 30 Jahren irgendwo noch einen Transferordner geben, wo jeder drauf kann oder der Public heißt, über den dann einfach alles als Relaisstation geteilt wird, weil untereinander die Leute nicht auf die Laufwerke drauf gucken können. Aber ich... Ja, da gebe ich gleich auch noch mal was zum Besten, ja. Aber grundsätzlich musst du das aber im Unternehmen haben, das sollte es dann in einem strebenswerten Zustand sein, weil eben nicht jeder die Unterlagen der Geschäftsleitung sehen soll. Nicht jeder soll auf Entwicklungsdaten drauf, nicht jeder soll auf Personalunterlagen drauf etc. pp. Das ist halt einfach wichtig. Und dann hast du halt manchmal die komplexe Sache, dass du vielleicht eine Information suchst und da nicht drauf kommst und musst denjenigen, der auf den Ordner kann, eben fragen und dann macht das aber auch Sinn, weil du dann sagen musst, pass mal auf, du hast doch irgendwo was im Personal liegen zum Thema, gib mir das mal. Und dann hast du einen, der als Kontrollfunktion drüber guckt und sagt, jawohl, ich glaube auch, das solltest du dir mal angucken und gibt es eben bewusst raus oder sagst, geht dich nichts an, lässt es da liegen, wo es liegt.
René
00:19:11
Ja. Ja, also gerade mit den Berichtigungen, jetzt ändert sich das natürlich ein bisschen durch, was weiß ich, durch Cloud Storage. Ich nenne den Namen mal nicht, aber da arbeitest du ja eher mit Dokumentenbibliotheken und nicht mehr mit normalen Freigabeordnern. Und die haben ja Berechtigungsstrukturen. So, wenn diese Berechtigungen gut gesetzt sind, also grundsätzlich, hey, du darfst das nicht sehen, dann ist alles gut. Problem ist halt, wenn du dann bei den Teilenberechtigungen nicht richtig arbeitest. Weil, und das haben wir in der Praxis auch gesehen, das ist so ein, das zieht sich alleine durch. Auf einmal ist es nämlich so, dass, keine Ahnung, meinetwegen ist es Personal oder irgendwas, die haben dann einen Ordner auf ihrer Bibliothek und dann fangen die an, diesen Ordner zu teilen mit anderen Personen, die gar keinen Zugriff darauf haben. Und dann hast du nämlich nachher das Problem, dass die ganze Unterstruktur, weil halt fleißig geteilt wird im Unternehmen, da hat jeder Ordner und nachher fast jeder einzelne Teil komplett unterschiedliche Berechtigungen.
Michael
00:20:15
Das gilt es auch von der IT ein wenig zu unterbinden. Ich wollte es gerade sagen, das ist auch nur dann, wenn du nicht geregelt hast, wer teilen darf. Ganz klar.
René
00:20:23
Aber das ist so, das sehe ich in der Praxis auf jeden Fall.
Michael
00:20:26
Das kommt definitiv vor. Früher hatten wir QM- und QS-Laufwerke und QM-Laufwerke durfte nur der QMB drauf und auf QS durften die Mitarbeiter was einsehen. Und auf QS durften dann nur alle Mitarbeiter drauf, da lagen nur die PDFs und auf QM lagen die Words. Früher, ja, aber deswegen. Das ist ein Klassiker, du hast irgendwelche Sachen, ja, die Unterlage liegen auf dem Produktionslaufwerk. Ja, super. Gibt's sie. Nein, das ist nicht dein Ding. Also das wie gesagt, aber das ist alles sinnvolle Sache bei Berechtigung. Und was du auch bei Berechtigung hast und da schließt sich nachträglich noch so eine Sache an, die mir dann auch in den Kopf reinschwirrt, der auch super wichtig ist, wo es kompliziert sein muss, wo es halt einfach ein bisschen Struktur drin sein muss, ist, du brauchst auch vernünftige Berechtigungen und auch nachher um Änderungen rückverfolgbar zu haben. Jemand, der eben nicht auf dem Laufwerk Zugriff hat, kann dir auch nichts kaputt ändern. Beziehungsweise, wenn du Änderungen im Unternehmen hast, musst du die ja auch dokumentieren. Du brauchst in irgendeiner Art und Weise mal nachvollziehbar, warum habe ich das geändert? Welche Version habe ich dann in einem Einsatz gehabt? Wann habe ich das gehabt? Also das sind ja auch Sachen, wo es bewusst im ersten Augenblick komplizierter für Mitarbeiter wirkt, wenn sie Dateien versionisieren müssen, wenn sie Tickets für irgendwelche Sachen anlegen müssen, wenn sie eine Freigabe brauchen, um eine Software zu bestellen, wenn du total verrückt Wartungsfenster für irgendwelche Software Upgrades, Plans und so machst. Das sind ja erstmal im ersten Schritt, glaube ich, Sachen, die nerven, aber die du auf jeden Fall haben willst, um das Risiko zu minimieren, dass was in die Binsen geht. Und wenn was in die Binsen geht, willst du wissen, wo es herkommt.
René
00:22:15
Ja, absolut. Also ich meine, wenn wir das jetzt mal alleine auf den Datenschutz beziehen, du musst ja nachvollziehen können, wer Änderungen vorgenommen hat. Ist es Datenschutz oder Informationssicherheit? Ich will mich jetzt nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.
Michael
00:22:29
Alles.
René
00:22:29
Ja, perfekt. Da habe ich alles richtig gesagt. Ja, nein, aber da ist es ja auch so. Und ich weiß, als Microsoft 365 kam, haben sich alle so ein bisschen darüber beklagt, dass Microsoft ja sagt, hey, du musst Named User haben. Du kannst halt nicht einfach, keine Ahnung, eine Benutzeranmeldung anlegen, und da melden sich jetzt 20 Leute an und machen, was sie wollen. Also ist zum einen natürlich lizenztechnisch nicht abgedeckt bei Microsoft. Rein technisch war es aber ja damals erst, war es möglich, ist es vielleicht auch immer noch, ich weiß nicht. Ich glaube, drei Geräte sind es aktuell oder fünf mit Mobiles. Sei es drum. Aber da ging es ja eigentlich im Kern auch darum, erst mal zu sagen, hey, wir decken damit die rechtlichen Dinge ab, die ihr sowieso zu erledigen habt. Das heißt, ich meine, klar, es ist natürlich auch immer ein kleiner monetärer Ansporn, alle einzeln zu lizenzieren. Aber so ist Microsoft nicht. Dementsprechend stelle ich das mal nicht in den Vordergrund. Aber es ist am Ende des Tages auch da. Es ist ja eine gewisse Hürde, sage ich mal, für die Geschäftsführung oder auch für die IT, was Budgetierung und sowas angeht, ist das auch eine Hürde, aber die zwingend genommen werden muss, um es rechtlich richtig umzusetzen. Genau. Auch das ist ein Punkt.
Michael
00:23:48
Ja. Und auch das, so unbequem, wie das ist, wenn du dich mit solchen Lizenzthemen auseinandersetzen musst und hast den ganzen Kram, wenn du in irgendeiner Art und Weise mal in die Verlegenheit einer Lizenzprüfung oder in einer Lizenzkontrolle und irgendwas reinrutscht, es kann halt echt verdammt schnell verdammt teuer werden. Das ist halt ruckzuck ein Thema. Und deswegen ist es schon sinnvoll, das von vornherein vernünftig zu machen. Dann kostet es zwar auch viel Geld, aber weniger Geld, als musst du eine Strafe hinten ranziehen und nachlizenzieren. Und dann wird es tatsächlich nicht günstig. Dann wird geschätzt. Ja. Und nicht zu deinen Gunsten. Ja, ja. Die Zeiten, wo wir Windows 3.11 auf Zehntes Ketten durch die Gegend getragen haben, sind halt vorbei.
René
00:24:21
Ja. Ja. Nächster Block, den ich dir jetzt an der Stelle gerne einschieben würde, ist halt wirklich einmal, IT macht sich manchmal auch selbst unnötig kompliziert. Ja. Ich glaube, das ist halt auch wirklich wichtig, weil sonst ist das alles so ein bisschen Rechtfertigung jetzt gerade gewesen. Schlechte IT. Da will ich nicht hin. Also dementsprechend auch da würde ich gerne einmal darauf eingehen. Also wenn wir jetzt mal einfach die Frage so als Ausgangsfrage nehmen, wie oft sagen ITler eigentlich, das geht nicht anders, obwohl es tatsächlich doch irgendwie anders geht. Also wenn wir jetzt da auch Beispiele nehmen, unnötig viele Tools, also Insellösungen, ganz viel Verschiedenes, historisch gewachsene Prozesse, die nie angefasst werden, die wachsen einfach. Ja. Manuelle Tätigkeiten, unterschiedliche Lösungen für denselben Zweck. Auch das ist ein Paradebeispiel. Also bei großen Firmen hast du überall, dass da mal aus Abteilung A einer was macht, in Abteilung B auch. Die haben unterschiedliche Tools, machen aber genau das Gleiche. Ja, ja. Also gibt es alles. Dann die Passwortregeln, die unnötig kompliziert sind oder generell kompliziert. Fachsprache gegenüber Anwendern. Das ist ja auch immer so ein Ding, wenn dich der Gegenüber nicht versteht. Und dieser Lieblingssatz, und das ist wieder 5 Euro ins Phrasenschwein, das haben wir schon immer so gemacht.
Michael
00:26:09
Genau. Ja. Mir fällt mir so spontan der Layer-8-Fehler ein. Da siehst du es bei den Fachsprachen. Und den haben wir schon immer so gemacht. Also ich finde gerade, du hast ein paar Sachen wieder so richtig reingeschmissen.
René
00:26:23
Moment, Moment, Moment, Moment, Michael. Du hast es aber nicht aufgeklärt. Die Leute, die wirklich jetzt gerade nicht IT-versiert sind, Layer-8 ist die Person vor dem Bildschirm.
Michael
00:26:34
Es gibt offiziell nur sieben Schichten, offiziell nur sieben Layers. Und die achte Layer ist der Mensch vorm Gerät. Genau. Sorry. Kein Problem. Gut, ich dachte, das wäre okay. Passt. Sehr gut. Nee, ich finde, da sind so viele Themen dabei, die du gerade auch angeschnitten hast. Wir hatten es in den letzten Podcasts ja auch schon ein paar Mal drin. Du hast halt natürlich, wenn du es haben willst, das hast du schon auch manchmal Dinge, wo es einfach unnötig kompliziert ist. Wo du als Externer reinkommst oder guckst dir das einfach an. Warum macht ihr das? Haben wir schon immer so gemacht. Das ist die Software, mit der ich am liebsten arbeite. Ich übernehme die vom Vorgänger nicht. Der Chef wollte das so. Mir gefällt die Farbe besser. Also diese ganzen Drachen sind halt auch so Sachen, wo man sich stellenweise was unnötig komplex macht und das ist aber auch wieder ein Thema, wo ich finde, wir hatten eben über Sachen gesprochen. Wann wird es unnötig komplex, wenn ich zum Beispiel eine neue Software beantragen muss oder habe kein Admin-Recht auf meinem Notebook und jetzt komme ich in die Praxis rein und kann dir genau viele dieser typischen Beispiele aushebeln. Weil wenn du das oben sauber geregelt hast, hast du eben unten nicht das Problem, dass du auf einmal auf deiner Systemlandschaft unnötig viele Tools hast. Irgendwelche Mitarbeiter mit zwei unterschiedlichen Tools das Gleiche machen oder sonst irgendein Völlefanz im Haus ist, wo du keine Kontrolle drüber hast, sondern wenn du von oben das organisatorisch sauber runter deklarierst und machst es vielleicht am Anfang ein bisschen komplizierter, weil du ein System hast, der Auswahl. Meine Softwareübersicht, die den Mitarbeitern zur Verfügung steht. Welche Software haben wir im Unternehmen? Was können wir damit tun? Dann hast du nachträglich ein geringeres Risiko, dass sich das ganze Ding unnötig aufbläht, weil du einfach klare Transparenz und Strukturen drin hast. Wie oft merke ich ein Unternehmen, da wird ein Antrag auf eine Software gestellt, dann bist du da als ISB mit dem Loop drin und dann sitzt du als externer ISB da, sagst, die Software, die die da beantragen, die kommt dir verdammt bekannt vor. Und dann gehst du in die Assetliste beziehungsweise gehst du in die Datenschutzdokumentation rein, ist seit drei Jahren im Unternehmen freigegeben und läuft. Es hat halt nur damals eine andere Abteilung beantragt. Ja, das läuft halt einfach nochmal garzongt durch. Und dann gehst du da hin und dann antwortest du, hast ne coole Idee, die Software gefällt mir ganz gut, weißt du was, ich habe einen ganz einfachen Freigabeprozess, das Ding ist fertig, es gibt es in der, es gibt es vielleicht sogar schon in der Software, auch schon gehabt, sogar schon in der Softwareauswahl zum Download zur Verfügung.
René
00:29:06
Sehr gut. Aber da hat sich ja am Ende des Tages, Benutzer haben sich gefreut. Das ist ja auch schön. Ja, also wenn wir jetzt mal, ich würde gerne dazu auch eine gewisse These aufstellen wollen, und zwar Komplexität kann auch Bequemlichkeit des Technikers sein. Also das heißt, dass wir jetzt nicht rein, ich hatte ja eingangs gesagt, so in diesem Block, IT macht sich manchmal selbst unnötig kompliziert. Es kann auch an Technik gehen. Also wenn wir jetzt mal ein Beispiel nehmen, ein Anwender muss halt wirklich irgendwie fünf Schritte gehen, weil der Techniker halt keine Lust hatte, den Prozess einmal sauber zu automatisieren. Das sind so Sachen, das ist eine unnötige Komplexität. Ja. Das ist nicht rein technisch, das ist dann vielleicht auch der Techniker dahinter. Aber es gibt halt genau diese Punkte. Und deswegen, also es kann, aus meiner Sicht, kann auch eine Komplexität, also alleine schon, das muss ja nicht, also jetzt, das hörte sich jetzt gerade so nach bösem Willen des Technikers an, weil er einfach sagt, ich habe da keinen Bock drauf, mich damit zu beschäftigen. Das wollte ich damit nicht sagen. Sondern es kann ja auch durchaus sein, dass er es nicht weiß, dass er es nicht kennt, dass er in dem Prozess auch gar nicht weit genug drin ist, um ihn nachvollziehen zu können. Das kann ja alles passieren. Aber dementsprechend, also ich glaube, dass auch der Techniker, die Technik Gründe für Komplexität sind, die sein können, die nicht sein müssen. Ja. Ja, bin ich dabei, gehe ich mit. Wunderbar. Ja, wenn wir jetzt mal, also gerade, wenn wir jetzt auf einfache IT gehen, da kommen wir ja logischerweise um einen Punkt nicht drum zu, und das ist Automatisierung oder Automation. Das denke ich ganz klar. Da wäre jetzt auch die Frage, ist es einfacher oder gefährlicher?
Michael
00:31:04
Genau. Da ist wieder der Blickwinkel auf der Sache. Für wen ist es einfacher? Also schneller ist es auf jeden Fall erst auf Strecke, nach persönlicher Erfahrung, weil du nämlich jetzt viel mehr Aufwand und viel mehr Komplexität in das Erstellen und das saubere, nennen wir es mal Konfigurieren, der Automatisierung bist. Du musst den Prozess erstmal sauber entwickeln. Genau, genau, das meine ich damit. Und danach wird es dann vielleicht einfacher. Und wenn du es gut gemacht hast, nicht gefährlicher. Aber du hast ja immer noch die Steuerungs- und Überwachungsinstrumente, die du drin hast. Also es wird anders. Und das ist halt auch so eine Sache, da kann es halt auch wieder unnötig komplex werden. Weil, auch das hatten wir schon mal als Thema im Podcast, nicht jedes Ding musst du auf Teufel komm raus automatisieren. Nicht alles muss permanent durchoptimiert werden. Du kommst irgendwann an einen Zustand, wo es sich eingeschwungen hat, wo es vernünftig funktioniert, wo du sagst, das ist, wie es ist, das ist so, wie es ist. Und da musst du dann nicht mehr groß oben drauf fahren. Dieses typische Verschlimmbessern, weil du der Meinung bist, du müsstest da jetzt noch was tun, kann halt auch die ganze Sache wieder komplexer machen, wie du es eigentlich haben willst.
René
00:32:22
Richtig. Ja, und ich glaube, man kann es doch gar nicht so einfach beantworten. Einfacher oder gefährlicher. Also ich finde da, das Schwierige ist halt genau der Begriff gefährlich. Was ist an der Stelle jetzt gefährlich? Ist es jetzt mein Security-Thema? Ja genau, ist es jetzt mein Security-Thema? Oder ist es, dass es schlechte Ergebnisse liefert? Oder, oder, oder. Also es könnte ja ganz viel sein. Ich glaube, das muss man erst mal für sich tatsächlich klären. Was ich schon wichtig finde, und das sieht man zum Beispiel, bis jetzt ein bisschen weit. Machen wir es anders. Ich erzähle gleich, welchen Gedanken ich im Kopf hatte. Also grundsätzlich ist es ja so, dadurch, dass du automatisierst, hast du ja irgendwann die Situation auch, dass keiner mehr weiß, wie ursprünglich mal der Prozess lief. Also wie funktioniert das dahinter? Ist so ein bisschen jetzt ein kurzer Gedanke, der mir kurz im Kopf war, wo ich nicht wusste, wie ich ihn einbauen soll. Telekom mit ISDN. Die alten Techniker sterben aus und dementsprechend ist es halt so, dass er dann umgestellt wurde auf DSL, Glasfaser und so weiter. So ähnlich ist es hier auch. Und du brauchst halt auf jeden Fall immer jemanden, oder am besten nicht nur eine Person, die den Prozess dennoch verstehen, auch wenn er automatisiert ist. Weil irgendwann wird sich was verändern, und dann musst du da noch mal ran.
Michael
00:33:46
Du solltest hier, du sprichst hier ein Thema an, was, boah, du musst auf jeden Fall, bevor du automatisierst, einen Prozess haben. Und du wirst in der Phase der Automatisierung, oder wenn du automatisiert hast, das klingt blöd, aber du weißt, was ich meine, wenn du automatisiert hast und der automatisierte Prozess läuft, wirst du, das ist vollkommen normal, wirst du innerhalb des laufenden Prozesses und innerhalb des automatischen Prozesses Optimierung vornehmen. Und hier ist die hohe Kunst, dass du dann deinen beschriebenen Prozess, den du am Anfang hattest, nachziehst, sodass der mitlebt und mitwächst. Weil wenn du einen Startprozess hast, den du automatisierst, und kommst in der Automatisierung die nächsten, sagen wir mal, die nächsten zwei, drei, vier Jahre, optimierst du an dem Prozess, dann hat am Ende der Prozess, den du da lebst, fast nichts mehr mit dem zu tun, den du dir damals ausgedacht hast und den du noch in irgendeiner Art und Weise dokumentiert hast. Dokumentiert, wie auch immer, ein Flowchart, ein Pappapier, weiß der Teufel noch eins wie, aber das musst du in Einheit bringen, weil nur so kannst du wissen, was der Prozess auch wirklich hat. Das heißt, dieser Prozess, diese Automatisierungsdokumentation ist ein super wichtiges Thema und das ist wieder Fleißarbeit, das sind wieder Sachen, die, wieder beim Thema, die vielleicht IT komplizierter machen im ersten Moment, weil du sagst, scheiße, ich muss Doku nachziehen, aber die dir hinten raus den Hindern retten, wenn nämlich der Letzte, der das Ding automatisiert hat, in Rente gegangen ist, oder wenn du es nachbauen musst, weil du auf ein anderes System gehen willst, oder, oder, oder.
René
00:35:24
Ja, also die Dokumentation halte ich da auch für extrem wichtig, also gerade, weil man, also selbst wenn du den Prozess selber irgendwann mal automatisiert hast, du bist jetzt der ITler und machst das und hast fünf Jahre lang ganz andere Sachen gemacht und plötzlich kommt jemand um die Ecke und sagt, ey, kannst du nochmal einmal, dann musst du dich da wieder reinknien. So, das hast du nicht mehr auf dem Schirm, das ist normal. Und dementsprechend ist die Doku halt extrem wichtig, vor allem am besten, wenn man Erkenntnisse hatte und hat aufgrund dessen diesen Prozess im Nachhinein auch nochmal verbessert oder optimiert, ob es jetzt verbessert ist, ist es mal dahingestellt, aber du hast ihn nochmal irgendwie angepasst, dann wäre gut, auch das zu dokumentieren, auch warum habe ich das gemacht, weil ich das in fünf Jahren dann immer noch nachvollziehen kann, was mein Gedankengang in dem Augenblick war.
Michael
00:36:15
Ja, aber vielleicht brauchst du das jetzt, vielleicht brauchst du das auch alles gar nicht mehr, weil du hast ja jetzt KI. Du sagst ja jetzt einfach nur der KI, ich mache das und dann fliegt das. Also du brauchst das ja einfach gar nicht mehr, oder?
René
00:36:31
Also ich bin kein Fan davon, jetzt einfach alles im Blindflug zu machen. Natürlich, eine KI erleichtert dir das an der einen oder anderen Stelle, aber ich finde am Ende des Tages, es ist dein Unternehmen und du solltest verstehen, was du da tust. Du musst nicht mehr jeden einzelnen Klick verstehen, das ist okay, aber was im Hintergrund passiert, das solltest du schon wissen. Wie willst du sonst Ergebnisse kontrollieren oder sagen, dass die Ergebnisse gut oder schlecht sind?
Michael
00:36:59
Ich glaube, KI macht das Problem sogar eher größer als Klang. Ich wollte es gerade sagen, ich glaube, dass KI aktuell maximal kurzfristig einen positiven Effekt hat, weil spätestens wenn du ein KI-Modell dich änderst, löst dich von irgendwas, das Ding driftet ab etc. pp., bist du halt einfach im Hintern gekniffen, wenn du dich nicht auf vernünftige, valide Informationen, die du niedergeschrieben hast, zurückziehen kannst und kannst das wieder als Startpunkt nehmen. Du brauchst das.
René
00:37:33
Ich glaube auch, also das Problem wird auch größer in dem Sinne, weil, sind wir doch mal ehrlich, wenn heute jemand KI anwendet, jetzt nicht in der Informationsbeschaffung, weil da ist klar, okay, ich muss die Information vielleicht noch mal prüfen, weil es nicht ganz richtig sein kann. Nehmen wir mal an, ich würde jetzt so einen Prozess automatisieren und er würde mir jetzt ganz oberflächlich ein gutes Ergebnis liefern. Hinterfrage ich das noch? Nein. Also wir vielleicht, alle, die jetzt auch zuhören, ihr vielleicht auch, aber ich sage mal gerade Benutzer XY würde es vielleicht nicht mehr tun. Das führt doch dazu, dass jedes Mal ich diesen Prozess von vorne bis hinten komplett neu anfasse und das komplett neu denken müsste, weil ich durch die Einfachheit der KI ja einfach nichts mehr dokumentiert habe. Und das ist so ein bisschen, man verlässt sich halt zu sehr dann darauf. Also das sollte man wirklich eine Dokumentation trotzdem führen, auch wenn man es mit einer KI macht. Aber die einzelnen Schritte durchdokumentieren, damit man dann immer noch weiß, was da passiert ist. Weil mein Chat mit der KI von vor 10 Jahren, den werde ich nie wieder finden.
Michael
00:38:48
Genau. Oder hast ihn gelöscht. Oder das Gedächtnis steht auf 30 Tage oder sonst irgendwelche Dinge. Also das ist auch ganz wichtig, wir müssen gleich wieder zurück auf die Cloud kommen, dass wir nicht zu weit in der KI haben. KI ist flüchtig, das ist kein Wissensspeicher, den ich an irgendeiner Stelle für mein Unternehmen dauerhaft einsetzen sollte. Das ist ein flüchtiger Informationsbeschaffungs- und Umsetzungsthema. Aber sowohl die Eingaben als auch die Ergebnisse sollten in irgendeiner Nicht-KI liegen. Genau.
René
00:39:20
Also die Datenbasis sollte nicht-KI basierend sein. Was man dann damit macht, dann darf natürlich eine KI darauf wieder zugreifen und so weiter. Das ja, aber man sollte schon vielleicht hört sich das jetzt doof an, aber das altbekannte, gut funktionierende, das sollte man dann nicht ganz über den Haufen werfen, sondern trotzdem weiterhin nutzen. Und im Zweifel ist es eine... Ich weiß nicht, ob ich es sagen soll. Im Zweifel ist es eine Word-Datei, die dann da liegt, wo die Sachen drinstehen, wo ich einen Zugriff drauf habe.
Michael
00:39:52
Immerhin hast du nicht gesagt, im Zweifel ist es eine Excel-Tabelle.
René
00:39:56
Ja. Aber so ist es. Ich glaube, das ist halt... Und dementsprechend auch da an der Stelle Automatisierung beseitigt aus meiner Sicht Komplexität nicht zwangsläufig. Sie versteckt sie eigentlich eher.
Michael
00:40:11
Genau. Was Komplexität auch nicht beseitigt hat, was Komplexität, also was vieles wirklich einfacher gemacht hat, als konkretes Beispiel ist, früher, wenn du irgendeinen User angelegt hast oder wenn du irgendetwas machen wolltest, früher bist du auf deinen Rechner gegangen, hast eine Anwendung gehabt, hast einen Server gehabt, hast eine Anwendung gehabt, hast einen Benutzer angelegt. Leg heute mal in 365 einen User an, gib dem mal eine E-Mail-Adresse und hängen mal den ganzen Kram dahinter da dran hängen. Dann kannst du ja auch ein Lied von singen. Das ist auf gar keinen Fall einfacher geworden. Also gerade 365 Administration und Talent Administration, das ist nichts mehr, was ich einem Umgeübten mal eben schon in die Hand geben kann.
René
00:40:57
Ja, jein. Ich gebe dir zum Teil recht.
Michael
00:41:02
Das reicht mir schon, auf den Anfang.
René
00:41:05
Das ist sehr oberflächlich, muss man sagen. Also es ist natürlich, wenn du jetzt nur die Oberflächen rein, die Sachen nimmst, die du damals gemacht hast und jetzt machst, klar. Aber es ist natürlich auch von den Berechtigungen ganz anders geworden. Wenn ich mal ein Paradebeispiel dafür nehmen würde, und das ist etwas, das merke ich tatsächlich auch bei uns, deswegen legen wir aber trotzdem Wert drauf, wenn wir Auszubildende bekommen. Ich habe ja meine Ausbildung auch hier gemacht und da war es halt noch so, du hast einen Windows-Server aufgesetzt. Du musstest immer automatisch wegen der Domäne und so, du musstest immer gewisse Befehle ausführen, damit das Ding rennt. Heute brauchst du das nicht mehr. Heute ist ein Klick, der führt die ganzen Dinger allein durch. Jetzt ein bisschen überspitzt gesagt, aber du hast alles, heute ist halt alles, wie hat mein Lehrer damals immer gesagt, alles clicky-bunty.
Michael
00:41:58
Clicky-bunty, ja, genau.
René
00:41:59
Du hast immer schöne grafische Oberflächen drauf, klickst da drauf, da kommt ein Ladebalken und der führt das alles alleine aus. Aber in meiner Ausbildung war das eben noch nicht so. Da haben wir das halt wirklich von Hand geschrieben, damit das Ding läuft. Und dann hast du immer auch Gegenproben gemacht und so weiter und so fort. Das haben wir doch heute nicht mehr gemacht. Deswegen, wir achten schon drauf, dass man das wieder versteht, was im Hintergrund passiert. Weil am Ende des Tages ist auch das nichts anderes als eine Automation. Microsoft hat eine grafische Oberfläche da drüber gelegt. Du klickst auf den Button und im Hintergrund werden all die Befehle, die du vorher von Hand eingetragen hast, die werden da ausgeführt. Genau das macht es doch. Und Microsoft 365 mit all den Postfächern und so, weil du es gerade gesagt hast, ist auch um einiges leichter, als ein Exchange aufzusetzen. Exchange, das war immer ein Graus, weil es immer Fehler gab. Immer. So, jetzt ist doch völlig egal. Benutzer rein, Benutzer raus. Hier noch neu, da noch neu. Hast gleich noch Teams und SharePoint dazu. Läuft sehr einfach. Man muss wissen, was man macht. Keine Frage, da gebe ich dir absolut recht. Und Berechtigung und und und in der Cloud sind komplex. Aber grundsätzlich, damit das Ding erstmal rennt, ist es einfacher.
Michael
00:43:14
Ja, dass grundsätzlich Rennen ist, bin, gehe ich mit. Das saßt du ziemlich schnell. Aber ich bin halt der Meinung, das ist also wie gesagt, gerade diese 365-Tenant-Sache. Wir sind schon wieder bei Microsoft. Wir sollten abdriften. Oder wir sollten, wir sollten das immer wieder abdriften.
René
00:43:29
Michael, das liegt aber einfach daran, dass in diesem komplexen Bereich wir beide die, ich glaube, das größte Wissen da dann haben. Also bei unserer Umgebung haben wir ja beide irgendwie nicht Apple oder Linux. Muss ich ehrlicherweise sagen, ja, haben wir auch eingesetzt. Aber da liegt nicht meine Kernkompetenz. Das soll keine Werbeveranstaltung sein. Das ist nur da, wo ich gerade so ein bisschen mit Bissen prahlen kann. Deswegen landen wir halt so oft bei Microsoft.
Michael
00:43:59
Ja, gehe ich mit. Bin ich bei dir.
René
00:44:03
Ja, wenn wir jetzt mal zur Cloud gehen. Cloud ist ja logischerweise auch in dem Ganzen mit drin. Cloud klingt auch immer einfach. Es verspricht ja eigentlich immer Einfachheit. Du kannst skalieren, du kannst on the fly was weiß ich was damit machen. Und von daher, also es ist ja generell einfach so ein Ding. Ich glaube, auch da kommen wir ja in dieses Komplexitätsding. Diese Komplexität, die wir sonst immer hatten, die jetzt ja meinetwegen durch Automation und sonst was. Also die Komplexität verschwindet ja nicht. Sie verschwindet sichtbar für den Anwender, aber sie wandert trotzdem in die Infrastruktur. Das heißt, die Technik ist damit trotzdem beschäftigt. Und damit muss halt jemand umgehen können. Deswegen ist halt diese Dokumentation und das Einarbeitetbleiben und so weiter, das ist halt so extrem wichtig. Und auch da, wenn wir jetzt mal auf Geschäftsführung wieder zurückkommen, ist halt auch wichtig, dass die Geschäftsführung jetzt nicht einfach denkt, hey, wir haben jetzt eine Cloud, deswegen brauchen wir einfach weniger IT.
Michael
00:45:11
Ja, weil keiner mit einem Staubsauger den Server aussaugen muss.
René
00:45:16
Ja, das stimmt vielleicht, aber der Staubsauger ist nicht die IT.
Michael
00:45:20
Ja, aber ich sag nur mal, du hast ja so den Ding, jetzt haben wir den Serverschrank unten weg oder jetzt haben wir die IT. Wenn wir es in der Cloud haben, haben wir es ja im Prinzip outgesourced. Für was brauchen wir dann noch einen IT-Admin in der Firma? Und das ist ja auch das, was ich eben sagen wollte, wo mein Ansatz eben auch hin war. Das ist halt stellenweise verdammt komplex geworden, die Sachen zu pflegen, zu bedienen und richtig zu konfigurieren. Und da braucht es halt nach wie vor Fachleute.
René
00:45:47
Genau, und deswegen ist halt auch wichtig, dass man sich die richtigen Kompetenzen ins Haus holt, ob von extern oder intern, ist ja egal. Aber grundsätzlich, dass man sich eben genau diese Kompetenzen holt, damit man dann halt da auch vernünftig mit arbeiten kann. Weil sonst, was habe ich davon, wenn ich einen habe, der, wie ich gerade gesagt habe, sehr viel auf Konsolen, oder das hast du gesagt, auf Konsolenebene arbeiten kann, aber die grafischen Oberflächen oder Systeme nicht mehr kennt, ja gut, dann ist das schon mal schlecht und andersrum halt genauso, weil er den Hintergrund nicht kennt. Also von daher, ja. So, gehen wir da nicht weiter drauf ein. Wenn wir jetzt zurück zu deinem, du hast ja vorhin schon gesagt, sehr viel standardisieren bei großen Netzwerken macht ja auch absolut Sinn. Da muss man halt wirklich sagen, also wenn wir jetzt das Ausgangsproblem mal nehmen, dass, wie du gesagt hast, ich arbeite lieber mit dem Programm, das ist blau, das ist rot, das ist völlig egal. Oder ich habe immer das und das genommen, deswegen möchte ich das auch immer noch. Für den Benutzer ist das alles einfach, weil sie dann in ihrer Komfortzone sind. Für den Attiler wird es extrem kompliziert. Ich kann ja nicht 20 Anwendungen für das Gleiche administrieren und dafür sorgen, dass es auch super wird.
Michael
00:47:02
Kann ich schon, will ich nur nicht.
René
00:47:04
Ja, aber gut, dann aus Sicht der Geschäftsführung andersrum wieder, muss man dann auch sagen, okay, will ich wirklich Kompetenz in jedem Bereich aufbauen? Muss er wirklich für alles ansprechbar sein? Weil wenn ja, dann muss mir auch klar sein, mein Budget muss entsprechend hoch ausfallen. Genau. So, und dann werden diese Positionen sich schon irgendwie einig werden. Spätestens dann. Genau. Ich glaube, es ist immer ein bisschen schwieriger. Da muss man in den Austausch gehen und sich wirklich mal darüber unterhalten, wie viel individuelle Freiheit wirklich gegeben wird.
Michael
00:47:42
Und auch da wieder, um auch mal ein Praxisbeispiel reinzubringen, auch da ist wieder wie komplex und wie einfach macht mir das ganze Ding. Ich habe vor Jahren schon das Thema gehabt, PDF-Reader, so einfach und so primitiv, wie es klingen mag. Sobald du aber da bearbeitbare Felder in die ganze Marie reinbringst und Unterschriften und Signaturdinger dran, dann hast du einfach PDF-Reader, die es können und PDF-Reader, die es nicht können. Und PDF-Reader, die weniger gut mit umgehen können und PDF-Reader, die perfekt damit umgehen können.
René
00:48:20
Und dann nochmal wie rechtssicher und was weiß ich.
Michael
00:48:22
Dann wie rechtssicher. Dann hast du irgendwas mit einem Foxit angelegt, was ein Adobe wieder nicht sauber verwursten kann. Deswegen sind wir bei Standardisierung. Das ist erstmal Gegenfreiheit. Aber am Ende hilft es, weil wenn die Mitarbeiter, der eine mit einem Adobe, der andere mit einem Foxit, nur mal um ein paar Beispiele zu nennen, Programm A und Programm B, erstmal zwei Stunden hin und her kaspern, weil sie einen Fehler suchen, weil der eine was erstellt, was der andere nicht lesen kann, wo ist da der Sinn hinter der ganzen Sache? Also macht es absolut Sinn, an der Stelle zu standardisieren, Standards im Unternehmen festzulegen und dann ist halt der, der jahrelang oder immer ein Freund von seinem Foxit war und der das gern haben will oder free PDF oder whatever, die Kisten alle heißen, dann ist er halt, das tut mir halt leid für ihn, aber wenn wir sagen, wir nehmen Adobe, dann nehmen wir halt Adobe. Und das muss man festlegen.
René
00:49:15
Ja, also das ist so, ich meine am Ende des Tages, jetzt hast du es gerade auch gut zusammengefasst, dieses natürlich eine Standardisierung macht den Einzelnen halt unflexibler, aber das Unternehmen halt generell bringt es ja voran. Das hast du glaube ich ganz gut auf den Punkt gebracht. Man muss es auch auf der Gegenseite natürlich auch sehen, zu viel Standardisierung kann auch übertrieben sein, also wenn er jetzt was braucht und man sagt dann andauernd, das ist jetzt nicht Standard, gibt es nicht. Ja, wenn ich im Unternehmen da keine Software für habe, dann muss es auch möglich sein, da nochmal einen Weg zu finden. Also nicht einfach abbügeln und sagen, gibt es nicht.
Michael
00:49:53
Nein, das technologieoffen, aber ich glaube, das kriegst du ja dann sauber gehandelt. Das funktioniert ja dann. Weil wenn du einen Standard hast, weißt du wenigstens, an welcher Stelle du davon abweichst. Also das ist ja schon mal ein Vorteil, den viele Unternehmen einfach nicht haben, weil sie keinen Standard definiert haben. Greif dir das mal, pack dir das mal und dann wirst du an Grenzen kommen, wo du sagst, ja, aber Entwicklungsabteilung, Serviceabteilung, Produktionsabteilung, die brauchen hin und wieder schon nochmal andere Dinge und andere Themen, wie das vielleicht in dem Marketing oder sonst wo hast. Aber das sind genau die Grenzfälle oder genau die, die du dann aber auch wieder sauber dokumentieren kannst und dessen Auswahl du zum nächsten Standard machen. Und dessen Auswahl du aber auch bewusst triffst. Damit machst du dein Unternehmen nicht komplizierter, sondern am Anfang komplizierter, weil du eine Auswahl hast, eine größere Liste hast, aber du hast es am Ende wieder einfacher und hast am Ende wieder die Transparenz und die Übersicht dran.
René
00:50:49
Ja, richtig. Und du arbeitest ja quasi an deiner Standardliste. Du hast ja gerade gesagt, je nach Abteilung, du kannst ja auch einen Standard je Abteilung haben, wo du einfach sagst, okay, die brauchen jetzt Grafikanwendungen, die anderen brauchen, keine Ahnung, ist ja auch völlig egal. Aber dann kannst du halt dafür jeweils Standards erstellen und wenn jemand sagt, ey, die Software, die wir da haben, die ist gar nicht so gut, die hier, die habe ich schon mal benutzt, die ist besser, dann prüft man das. Und wenn man dann sagt, ey, stimmt, die ist besser, ja, stellt man um. Dann ist der Standard wieder ein anderer.
Michael
00:51:22
Und dann hast du noch ein Thema, nur fünf Minuten, dass wir da noch ganz kurz reingekritscht sind. Wenn du standardisiert hast, du hast inzwischen fast überall Software- Lizenzmodelle mit regelmäßigen Abos und Software as a Service und hast Abo-Modelle und zahlst jährlich. Das musst du auch alles unter Kontrolle haben. Du musst ja wissen, für welche Software du welche Kohle bezahlst, an welchen Dienstleister, mit welchem Kram. Und wenn du nicht in einem Unternehmen in so einem komfortablen Bereich bist, sag ich mal, dass du so einen Software-Zwischenhändler hast, der dir deine ganzen Lizenzmanagement übernimmt und dein Lizenzmanagement liegt bei dir im Unternehmen, dann ist doch auch hier wieder dein erstrebenswerter Zustand, es so zu haben, eben nicht 50 Überweisungen an 50 unterschiedliche Softwarebuden zu machen, sondern Synergien zu nutzen, Systeme klarzuhalten und dann hast du halt eben, dann schließt du halt eben nur bei Foxit oder nur bei Adobe eben das Abo ab und hast deine Kosten und hast den ganzen Kram unter Kontrolle. Auch das musst du heutzutage mit berücksichtigen. Ganz klar.
René
00:52:30
Genau, so, wenn wir jetzt mal davon weggehen, jetzt nehmen wir mal die Geschäftsführer-Positionen ein. Ja.
Michael
00:52:36
Das Top-Mammelsfeierabend.
René
00:52:46
Geschäftsführer ist ja irgendwie logisch zu sagen, okay, ich will eine IT, die einfach läuft. Einfach, ich will da möglichst nichts mit zu tun haben oder ich will mich damit nicht beschäftigen. Wir haben jetzt ja in den letzten Episoden, deswegen brauche ich die Frage ja nicht stellen, in den letzten Episoden haben wir ja mal festgestellt, okay, IT ist auch Chefsache, da kannst du am Ende des Tages nicht sagen, ich will damit gar nichts zu tun haben, aber natürlich sollst du das ein oder andere noch abgeben. Die Geschäftsführer muss jetzt nicht wissen, wie, keine Ahnung, Content Access oder MFA oder was weiß ich, wie es rein technisch eingesetzt wird, genutzt wird, wie es funktioniert, sondern er muss halt wissen, was das bedeutet und dann nachher welche Risiken stehen dahinter, also welche Risiken schließe ich damit oder welche entstehen auch durch den Einsatz von neuer Technik, welche Abhängigkeiten haben wir auch, welche Entscheidungen sind notwendig. Er sollte auf jeden Fall auch verstehen, was IT kostet, glaube ich, ist auch ein wichtiger Punkt.
Michael
00:53:49
Dass IT kostet, ja.
René
00:53:50
Vor allem, dass sie Geld kostet, ja genau.
Michael
00:53:54
Und auch hier wieder, und auch hier wieder, es hat aber auch nichts mit Geschäftsführern zu tun, sondern das kannst du generell auf alle Mitarbeiter sehen, alle Mitarbeiter, klammern auch Geschäftsführer, müssen das Verständnis haben, dass eben eine Firmen-IT etwas anderes ist, wie die private IT zu Hause. Du hast halt eben in der Firmen-IT-Infrastruktur wesentlich mehr Komplexität erzwungenermaßen mit Absicht Hashtag IT-Security drin als in der privaten IT.
René
00:54:23
Du schützt doch einfach ganz andere Sachen, ganz klar.
Michael
00:54:26
In der privaten IT machst du dir in der Regel keine Gedanken, ob du ein Local Admin auf deinem Notebook bist oder das ist halt dein Netbook, machst halt einfach, was du willst damit. Also da ist wieder diese Themen, aber auch das haben wir schon x-mal besprochen, aber das muss halt einfach klar sein, weil manchmal wird es halt immer noch vermischt. Zu Hause geht es doch auch.
René
00:54:47
Jaja, aber das Argument kommt häufig. Das stimmt schon, aber es sind halt zwei völlig unterschiedliche Anforderungen, deswegen da hast du absolut recht. Ja, Michael, so ganz zum Schluss, würde ich mal einfach, ich sag mal, wenn du für dich selber mal prüfen möchtest oder wenn unsere Zuhörer prüfen möchten, wie einfach ist es eigentlich bei uns, ein bestimmter Prozess, den kann man ja auch mal hinterfragen, und da würde ich immer so fünf Fragen mal stellen. Du kannst am besten vielleicht, sag du mir gleich einfach mal einen Prozess oder irgendwie einen Teil der Technik, den wir jetzt mal einmal durchgehen sollen, dann stellen wir halt mal fünf Fragen dagegen, dann können wir dann mal schauen, was dabei rauskommt. Also ich glaube, daran kann man das immer ganz einfach festmachen, ob es jetzt einfach ist oder eben nicht.
Michael
00:55:44
Ja, wir hatten eben, wir sind, glaube ich, mit MFA eingestiegen, wenn ich es richtig im Kopf habe, dann lass uns mit MFA wieder ausklingen aus der ganzen Nummer. Wir hatten ja ganz am Anfang von der Diskussion, hatten wir ja das Multifaktor bei Passwörtern als Beispiel gehabt, es ist ein bewusst komplexerer Schritt, der aber die IT-Security hochhebt. Ich glaube, lass uns das nehmen, da können wir an der Sache, können wir uns wieder ranhangeln.
René
00:56:06
Dann machen wir das doch. Erste Frage, wird die Arbeit für den Anwender einfacher? Nein. Ich denke, nein. Nein, ich denke, nein. So, jetzt die zweite Frage, dann genau umgekehrt, wird der Betrieb für die IT beherrschbarer? Ja. Genau. Und entstehen daraus neue Risiken? Können wir, glaube ich, an der Stelle verneinen. Ja. Weil das Risiko haben wir ja eher, wenn wir kein MFA haben, dadurch schließen wir ja eine Lücke. Ja. So, verstehen wir noch, was im Hintergrund passiert? Ja, würde ich auch sagen. Würde ich auch sagen, eher ja. So, und wird das Unternehmen insgesamt einfacher oder verschieben wir halt die Komplexität in eine andere Richtung? Ich würde sagen, es wird einfacher, weil du ja den technischen Bereich dahinter sehen musst. Ja. Wir sehen es ja immer von zwei Seiten. Ich habe noch ein anderes Beispiel. Du hast gerade selber die... Lass uns mal KI nehmen. Nehmen wir einfach mal die KI. Nein, lass uns oberflächlich bleiben, jetzt nicht zu sehr in die Tiefe. Aber einfach mal die fünf Fragen gegenüber einer KI stellen. Darauf zurückgehen, wird die Arbeit für den Anwender einfacher? Ja, denke ich schon. Betrieb für die IT beherrschbarer, also wird er beherrschbarer? Denke ich nicht. Nein, ich denke nicht. So, entstehen dadurch neue Risiken? Auf alle Fälle. Das denke ich auch. So, verstehen wir noch, was im Hintergrund passiert? Auf keinen Fall. Ja, es ist leider meistens dann so. So, und wird das Unternehmen insgesamt einfacher oder verschieben wird die Komplexität?
Michael
00:57:58
Ja, verschieben. Würde ich sagen. Intuitiv.
René
00:58:02
Ich denke auch, dass es verschoben wird vom Anwender zum Techniker. Weil der Techniker muss sich weiterhin Gedanken um die Risiken machen. Oder muss sich jetzt Gedanken um Risiken machen. Und vorher hatte der Anwender ja jetzt... Ja, der musste halt diese Schritte manuell gehen, sage ich mal. Recherchieren oder was weiß ich was, egal. So, also das schon. Und dann muss man halt, und genau das, und darum habe ich das Beispiel jetzt auch nochmal genommen, weil genau an der Stelle muss man jetzt abwägen, für wen ist das, also ist die Komplexität noch genauso groß wie sie vorher war, und ich habe sie jemand anderem gegeben, oder ist sie gesunken, also in Summe geringer als das, was ich vorher hatte. Und wenn wir, nehmen wir mal jemanden, der wirklich im... Social Media ist vielleicht falsch, aber sagen wir mal, irgendwie im Marketing tätig ist, der jetzt irgendwie Texte recherchieren muss oder Inhalte, irgendwas, so, und der würde daran arbeiten und brauchte da vorher einen Tag für. Jetzt braucht er dafür aber nur noch zwei Stunden, damit es schick ist. Mal als Beispiel. Dann senke ich an der Stelle die Komplexität beim Anwender, der Techniker hat natürlich damit zu tun, aber hat er auch einen Tag?
Michael
00:59:14
Das sind deine fünf Fragen, deswegen nehme ich dich jetzt mit deinen fünf Fragen bei der Sache. Das, was du gerade sagst, dass für den User die Recherchearbeit von fünf Tagen auf drei Minuten sinkt, ist aber dein erster Punkt. Wird die Arbeit für den Anwender einfacher? Wir sind hier bei, wird das Unternehmen insgesamt einfacher oder verschiebt sich die Komplexität? Und das ändert ja nichts an der Komplexität des Unternehmens und das macht das Unternehmen nicht einfacher, sondern das verschiebt die Komplexität des Unternehmens in die KI rein. Verstehst du, was ich meine? Dass das Unternehmen an sich wird ja nicht standardisierter, einfacher, strukturierter etc. sondern nimmst dir deine komplexe Sache, die du in deinem Unternehmen, in deiner Struktur hast und schiebst das in die KI. Auch wenn es für den Anwender selbst natürlich einfacher wird. Aber ich glaube, deine Frage fünf, wenn ich es noch richtig im Kopf habe, ging ja eher Richtung Unternehmen. Und im Unternehmen hast du eine Verschiebung, würde ich sagen.
René
01:00:11
Ja, du hast recht. Das kann man so und so sehen. Wie gesagt, wir hatten ja schon ganz oft drüber gesprochen, immer nur was anfassen, was auch Sinn macht. Deswegen war das nur so der Gedanke. Die Komplexität wird verschoben, ist aber nicht mehr in der gleichen Größe da, wie sie vorher da war. Du hast ja auch nicht nur einen Mitarbeiter, sondern das machen nachher 30. Da könnte man dann am Aufwand sparen. Und das kann man so und so sehen. So kann man aber theoretisch alle seine Punkte, die man irgendwo hat, einmal gegen fünf Fragen stellen und kann zumindest so ein bisschen für sich greifen, schon mal ist es einfach oder ist es das eben nicht. Ja, hast recht, bin ich dabei. Ja, zum Abschluss, ich würde auf jeden Fall nochmal zusammenfassen, IT sollte nicht immer einfach sein. Also, das sagt man immer so dahin, aber ich glaube, das ist nicht immer so oder sollte nicht so sein.
Michael
01:01:08
Ich würde eher sagen, es sollte so einfach wie möglich sein, solange sie ihren Sinn behält. Es muss immer noch sinnvoll sein. Oder sinnvoller werden. Das ist so das Wichtige an der ganzen Sache.
René
01:01:26
Ja, und ich glaube, wichtig ist auch, dass Komplexität, also wenn wir jetzt bei der Komplexität von gerade eben bleiben, dass die halt wirklich nochmal da liegen bleiben sollte, wo man sie auch wirklich beherrschen kann.
Michael
01:01:39
Kontrollieren kann, beherrschen kann, jemanden, der sie versteht. Du bist mit Beherrschen schon ziemlich mit dabei. Das ist einfach die Sache. Wir waren eben oben auch gerade mit Verschieben von Komplexitäten. Das ist genau auch wieder der Punkt. Schieb die Komplexität, das ist ein schönes Ding, schieb die Komplexität dahin, wo sie professionell und beherrschbar bleibt, dann ist es sehr oft der Fall, dass deine IT an sich einfacher wird, weil die Komplexität echt bei den Kompetenzen liegt. Genau das.
René
01:02:10
Ja, dementsprechend Michael, ich...
Michael
01:02:14
Ich bin glücklich, bin happy. Das ist schön. Eine Stunde über Komplexität und über einfache und komplizierte IT gesprochen. Wenn du nichts mehr hast und du keinen schönen Abschlusssatz mehr hast.
René
01:02:30
Ich kann nur das Gleiche sagen wie immer. Wenn Fragen sind, wenn ihr Anregungen habt, immer gerne raus damit. Ja. Auf euren Social Media Kanälen, per Mail, was weiß ich.
Michael
01:02:42
Wenn es bei euch zu kompliziert ist, ruft uns an. Wir kümmern uns darum. Wir gucken uns das sehr gerne mal an. Wir geben gerne mal eine neutrale Meinung, die manchmal auch wichtig ist. Wir werden oft auch für neutrale Meinungen, auch das nochmal, wir werden auch gerne mal für neutrale Meinungen gefragt, wenn es intern zu Diskussionen kommt und keiner wirklich recht haben will oder auch keiner recht haben darf. Das sind manchmal so strukturelle Themen und dann ist das manchmal ganz gut, wenn sich das mal ein unbeteiligter Dritter anguckt und da mal eine neutrale Bewertung zu abgibt. Also, wann immer ihr der Meinung seid, ihr könnt uns zweimal gebrauchen, ruft uns gerne an und meldet euch bei uns.
René
01:03:22
Genau. Ja, perfekt abgerundet, Michael. Dann würde ich sagen, ich verabschiede mich. Wir hören uns in 14 Tagen wieder. Besten Dank an dich. Besten Dank an die Runde und bis zum nächsten Mal.
Michael
01:03:33
Vielen Dank, René. Danke an die Runde. Grüße aus Wetzlar. Bis dahin. Tschüss.

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