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Der Podcast für mehr IT-Sicherheit

#75 Lässt sich gute IT messen?

Ohne Bauchgefühl zu aussagekräftigen Messwerten

14.08.2026 49 min

Zusammenfassung & Show Notes

Unsere IT läuft. So eine Aussage kann leicht aus dem Bauch heraus getätigt werden, doch dabei handelt es sich um einen gefühlten Wert. Gerade in der IT sollten aber echte Messwerte herangezogen werden. Wir besprechen welche Werte dies sein können und warum.

Key Topics
  • Messung der IT-Leistung und -Zuverlässigkeit
  • Wichtigkeit von KPIs und Zieldefinitionen
  • Lifecycle-Management von IT-Geräten
  • Sicherheitsrelevante Messgrößen in der IT
  • Bedeutung von Transparenz und Datenqualität

Transkript

René
00:00:56
Michael, mal gucken, was kommt, wenn wir uns nicht vorbereiten, sondern mal wirklich einfach nur die Frage hochgeworfen wird. Moin.
Michael
00:01:06
Moin. Lass mal gar nicht vorbereiten, lass einfach starten. Jetzt erwischst du mich so leicht kalt, aber ja klar, Attacke. Grüß dich, René.
René
00:01:14
Ja, moin moin. Dürfte es ja vielleicht dann auch interessant machen oder interessanter machen, als wenn wir uns vorbereiten, weil wir dann ja wirklich auf, ich sag mal, unsere praxisnahen Erfahrungen zurückgreifen müssen. Und ja. Ja. Ja, schönen Gruß auch in die Runde, bevor ich es vergesse. Ja. Wir quatschen ja immer erstmal viel. Michael, die Frage, um die es heute geht.
Michael
00:01:44
Ja?
René
00:01:46
Ich glaube, wir haben sie am Rande schon mal behandelt oder immer mal wieder behandelt, aber jetzt mal wirklich auf den Punkt, kann man IT eigentlich messen? Na klar. Ja, ja. Wir kommen dazu. Also ich glaube, es ist ja wirklich, wenn wir jetzt darüber sprechen, kann man IT messen. Jeder, den du fragst, oder jeder ist vielleicht überzogen, aber fast jeder wird erstmal sagen, meine IT ist gut, die läuft. Wir brauchen keine Unterstützung, das ist alles super. Ich glaube, damit fängt es ja eigentlich an. So wird gemessen meistens in der Praxis.
Michael
00:02:26
Ja, wobei, ich gehe noch einen Schritt davor, wo ich sage, dass ich messe, ist, dass ich sage, bei uns passiert nichts und unser ITler hat ja noch Kapazitäten frei. Damit muss ja alles funktionieren. Oder noch besser, unsere IT ist so gering im Aufwand, dass das noch einer nebenher machen kann. Also du verstehst, wo ich hin will. Also so viele Sachen ist, woran messe ich, ob eine IT funktioniert, ob eine IT gut ist. Und dann hast du immer so Innenbürgen und Außenbürgen. Wahrscheinlich würde sich der, wenn du jetzt einen ITler hast, der würde sagen, naja, ich halte das Konstrukt gerade so. Kennst du Mikado? Jetzt kommt so ein Stäbchen, was ich ziehe oder so ein Jenga-Turm. Jetzt fehlt noch so ein kleines Stäbchen. Dann rasselt der ganze Kram ineinander und ein Geschäftsführer oder ein anderer sagt, der reingeht. ITler ist so tiefenentspannt. Den siehst du nicht, den hörst du nicht, der ist der ganze Tag irgendwo und alles in Ordnung. Wenn ich meinen Rechner anmache, funktioniert es. Das sind so die Fragen, wo man anfängt, IT zu messen.
René
00:03:27
Absolut. So wie du gerade sagst, das funktioniert. Das ist ja auch eine Basis, das ist die Kernarbeit des ITlers oder der IT. Dass das eben so ist, dass dahinter aber Arbeit steckt, wird ja oft nicht gesehen, will ich gar nicht sagen. Das ist schon sehr polemisch. Aber grundsätzlich könnte man diese Denke haben, so wie du gerade gesagt hast. Davon würde ich jetzt ein bisschen weggehen. Aber am Ende des Tages, solange es läuft, wird das erst einmal keiner so richtig wahrnehmen, was man wirklich messen sollte. Nicht, dass es läuft oder nicht läuft. Es gibt vieles, ganz, ganz vieles dazwischen. Das ist eben genau das Ding. Das würde ich nicht nur aus rein technischer Sicht sehen, sondern auch organisatorisch. Alles, was so eigentlich wirklich damit zugehört. IT ist ja auch nicht nur reine Technik. Da gehört ja auch vieles dazu. Und dementsprechend, das würde ich mit berücksichtigen wollen heute in dieser Fragestellung. Von daher. Ja, Michael, was bedeutet eigentlich... Nein, falsch. Ganz falsch reingestiegen. Bedeutet eine gute IT... Ja, genau.
Michael
00:04:49
Steig nochmal ein.
René
00:04:50
Mach ich. Bedeutet eine gute IT, möglichst wenig Ausfälle zu haben? Oder bedeutet es, zufriedene Mitarbeiter zu haben, eine hohe Sicherheit, geringe Kosten, schnelles Arbeiten? Was bedeutet gute IT?
Michael
00:05:08
Ich glaube, das Thema müsste oder sollte jedes Unternehmen für sich selbst klar machen, was sie unter dem Begriff gute IT und laufende IT machen. Weil grundsätzlich könnte ich jetzt bei jedem dieser Sachen sagen, natürlich, das passt. Wobei sich einige Sachen garantiert immer gegenseitig ausschließen. Also du hast ja auch gerade nochmal, wenn wir jetzt sagen, als Faktor geringe Kosten. Geringe Kosten wirst du wahrscheinlich gegen hohe Sicherheit, schnelles Arbeiten oder möglichst wenigen Ausfälle abwägen müssen. Das heißt, du wirst dann irgendeiner Art für dich klar machen müssen, was für dich im Unternehmen bedeutet, dass du eine gute IT hast und dass du solide arbeiten kannst. Der eine hat den Fokus auf Mitarbeiterzufriedenheit, der nächste sagt Security nach oben. Ja, dann sieht es halt aus wie. Der nächste sagt, Geld spielt keine Rolle. Der übernächste sagt, es darf nichts kosten. Also alles das ist so ein Dreieck, was du abwägen musst, oder?
René
00:06:10
Ja, und das glaube ich auch noch zusätzlich, also selbst im Unternehmen. Klar, da muss einer dann sagen, das ist unser Fokus. Aber ich glaube, dass selbst im Unternehmen, wenn du ein paar Leute fragst, die Ansicht wird immer etwas anders sein. Genau. Das kommt dann halt noch dazu. Also da muss das Unternehmen sich natürlich intern irgendwie einig sein oder jemanden überstimmen oder Ähnliches. Aber da muss halt klar sein, okay, das ist jetzt unser Messwert oder das Wichtigste für uns. Und ich denke, jeder hat natürlich recht, also von all dem, was ich gerade auch gesagt habe, diese Fragen. Jeder hat seine Daseinsberechtigung, aber man muss sich halt irgendwo festlegen, was ist es jetzt halt.
Michael
00:06:54
Ja, wobei es kommt ja auch immer darauf an, wen du fragst. Also gehst du an den Geschäftsführer ran? Wir machen heute wieder kein Bashing, aber gehst du an eine gewisse Person ran, würdest du wahrscheinlich hören, höchste Sicherheit zu den geringsten Kosten, sodass meine Mitarbeiter am schnellsten arbeiten können. Und da musst du halt einfach gucken, wie du eine Balance von all dem findest, weil genau sowas schließt sich halt in der Regel stellenweise immer aus oder geht zugelassen von irgendeinem anderen Faktor.
René
00:07:22
Weißt du, was ich gerade sofort im Kopf hatte? So ein aussterbender Begriff, die eierlegende Wollmilchsau.
Michael
00:07:28
Ja, genau.
René
00:07:30
Also das gibt's nun mal nicht.
Michael
00:07:33
Wasch mich, aber mach mich nicht nass. Das sind so diese Themen, wo du einfach sagst, ich will gern alles, aber für nichts.
René
00:07:41
Deswegen, also warum wir darüber sprechen, das denke ich auch, das hatte ich gerade so ein bisschen angedeutet. Also viele messen, glaube ich, ihre IT nach Gefühl. Also wirklich, wie du gerade gesagt hast, ja, läuft. Oder es sind so wenig Ausfälle, da muss ja noch Luft sein. Also ich glaube, so wird IT, häufig ist vielleicht auch falsch, weil sich da die Richtung ein bisschen dreht. Aber am Ende des Tages, es kommt durchaus vor, dass so gemessen wird.
Michael
00:08:11
Ja, und ich habe auch manchmal das Gefühl, also das Problem ist, das haben wir schon mal ein paar Podcasts auch schon mal besprochen. Transparenz schafft Klarheit. Und wenn du übers Messen schaffst du Transparenz. Und manchmal ist Transparenz oder das Ergebnis der Transparenz und die Klarheit, die du daraus erwinnst, nicht unbedingt das, was du wissen willst. Also stelle keine Frage. Also ja, verstehst du, was ich meine, wo du die Antwort nicht verträgst. Und wenn du dir ehrlich solche Dinge reinbringst und wenn du, glaube ich, IT auf Basis von, kommen wir ja später noch zu, von Key Facts, die du wirklich definiert hast, wirklich messbar machst, dann schaffst du halt eben auch, zum Wohle und zum Glück, Transparenzen rein, siehst aber auch die Gaps. Und diese Gaps sind in der Regel mit Dollars wieder verbunden, um die zu schließen, weil du hast ja das Anstreben, da hinzuziehen. Und dann ist immer so die Überlegung, will ich das? Ja, natürlich, wenn wir jetzt miteinander reden, wir sind IT und Infosec, natürlich sagen wir, natürlich willst du immer Vollgas, immer better, immer besser. Aber du hast auch durchaus immer mal irgendwelche Faktoren im Unternehmen, die sagen, wäre mir lieber, ich könnte es mit Bauchgefühl sagen, es läuft doch alles und alles ist in Ordnung.
René
00:09:30
Ja, das ist so, gebe ich dir recht. Ja, es ist Abwägungssache, aber wie du gerade gesagt hast, also eigentlich muss man dann auch mal wirklich sagen, das ist jetzt der Punkt, so wie wir gerade schon gesagt haben. Und das kann man dann immer an bestimmten Sachen festmachen. Also es gibt auch immer irgendwelche Werte, die sich wirklich messen lassen. Und wie du gesagt hast, diese miteinander oder gegenseitig ausschließen, auch bestimmte Themen, das ist durchaus so. Also klar, spätestens die Ressource, Geld ist natürlich immer so ein begrenzender Faktor, aber am Ende des Tages, du könntest jetzt auch Usability gegenüber Security nehmen, wenn du über Fernzugriffe sprichst oder sonst irgendwas, aber mit kritischen Daten arbeiten willst oder sensiblen Daten. Es sind ja alles Dinge, die begrenzen sich gegenseitig und dann muss man halt abwägen, was davon eben der Faktor ist, also was ich höher stelle. Und dann muss ich daraus eben meine gewissen Werte ableiten, wo ich sage, okay, und damit messe ich jetzt wirklich meine gute IT. Eine gute IT kann theoretisch auch ein guter Hersteller sein. Es sagt aber nichts über die Funktionalität aus.
Michael
00:10:40
Das ist richtig, aber du musst es messen. Du musst es einfach messen, weil IT-Tätigkeiten nicht sind, was du direkt siehst. Wenn du einen Gartenlandschaftsbauer sagst, heute zehn Meter Gartenzaun, geradeaus, zwei Meter hoch, ab dafür und am Ende vom Tag hat er zehn Meter Gartenzaun, dann siehst du ein Ergebnis. Hast du einen Straßenbauer und sagst, diese Straße abreißen, hast du ein Ergebnis. Sagst du, heute machen wir zehn Autos TÜV, hast du ein Ergebnis. Also all diese Tätigkeiten oder diese Berufe, wo du am Ende was erschaffst und baust und wo du einen Effekt siehst, das bleibt dir leider in der IT vergönnt. Die geht vorher, die geht nachher, die geht währenddessen. Ich bringe mal ein Beispiel. Ich habe mal eine Zeit lang im Unternehmen in der Standhaltung gearbeitet. Da ist der Chef regelmäßig gekommen und hat, wenn wir in der Standhaltung da rumgesessen haben, also wenn wir da waren und es war keine Hektik, hat er gefragt, ob wir nichts zu tun haben und hat gerannt. Dem haben wir irgendwann mal versucht zu erklären, dass solange der Instandhalter mit der Tasse Kaffee durch die Gegend schlüpft und macht in Ruhe seine Wartung und seine Arbeiten, ist seine Firma unter Kontrolle. Der müsste sich eher Gedanken machen, wenn die Instandhaltung leer wäre und alle würden hektisch durch die Gegend rennen, weil dann würde irgendwas im Unternehmen ein Thema sein. Und so hast du es, glaube ich, beim ITler auch ziemlich. Solange der ITler eine gechillte Situation hat und schlüpft mit seinem Kaffee durchs Büro und hat das alles unter Kontrolle, dann macht er im Prinzip genau das, was er macht, nämlich seine Ziele passen und seine Sachen funktionieren und es passt. Und erst wenn der wirklich nervös und hektisch wird, hast du so ein Thema. Das heißt, es ist für viele Faktoren, glaube ich, ziemlich cool, du hast Messpunkte, an denen du die Leistung von der IT wirklich nachweislich messen kannst. Anzahl der Datenschutzvorfälle, Anzahl der Informationssicherheitsvorfälle, Leistungsabteilung von Servern, Wartungsshutdown-Zeiten, also all diese Dinge kannst du nutzen, um nachzuweisen, wie gut die IT ihre IT unter Kontrolle hat.
René
00:12:57
Was ich plötzlich finde, passt gerade nicht so ganz zum Thema, aber weil du gerade gesagt hast, dass man bei IT nicht so richtig immer sehen kann, was da so passiert. Ich habe mich jetzt die letzten Tage so ein bisschen mit Social Media auseinandergesetzt, also mit Social Media Managern und da war dann auch das Thema, über was können wir denn Videos machen, das könnte ein bisschen schwierig sein, also ein Ladebalken jetzt verfolgen, brauchst du halt nicht zwingen. Das ist halt, glaube ich, genau das Ding. Wie gesagt, das passt jetzt gerade nicht zum Thema hier, aber grundsätzlich gibt es das eigentlich ganz gut wieder, was bei IT halt ist, du kannst es selten so richtig greifen, weil, wie du gesagt hast, bei dem einen siehst du halt, okay, der hat 100 Teile produziert, alles klar, da liegen 100 Teile. So, der hat 100 Updates installiert, das sieht gar keiner. Wie auch? Und das ist halt immer ein bisschen schwierig greifbar dann. Und genau das, wie du gerade sagst, da muss man sich halt wirklich diese Zahlen, Werte oder die, die Werte nehmen, die man dann halt entsprechend für sich da festlegt. Wenn wir jetzt mal wirklich auf konkrete Beispiele kommen wollen, du hast ja gerade schon gesagt, Ausfall oder Datenschutzvorfälle, Ausfallzeiten, solche Sachen, das ist klar. Ich glaube, in der IT kann man ja relativ viel messen. Du hast ja immer irgendwelche Logfiles oder sonst wo, die du irgendwie für dich in Verbindung bringen kannst, damit du daraus etwas ableiten kannst. Und da gibt es, denke ich, sehr, sehr viel, oder was heißt, denke ich, weiß ich sogar ganz genau, womit man halt einfach arbeiten kann. Und am einfachsten, finde ich, ist, wenn du zum Beispiel eine IT hast, ob das jetzt ein externer Dienstleister ist oder eine interne IT-Abteilung, und du hast ein Ticketsystem, sondern da schickt jetzt einer ein Ticket rein, und die Bearbeitungszeit liegt jetzt bei normalerweise zwei Stunden. Und seine Durchschnitte hier, oder was heißt seine, falsch verstanden oder falsch ausgedrückt, aber die Bearbeitungszeit würde jetzt generell in diesem IT-Team irgendwie bei zweieinhalb Stunden liegen. Dann ist das vielleicht keine so gute Aufstellung. Dann muss man halt gucken, habe ich genug Ressourcen, habe ich genug was weiß ich was, aber das lässt sich daraus schon ableiten.
Michael
00:15:17
Aber dazu musst du, kommen wir gleich im Detail zu, aber hier gleich, du musst immer eine Zielvorgabe haben. Wenn im Unternehmen klar ist, Reaktionszeiten sind bei uns 24 Stunden, dann ist das nach drei Stunden 59 noch innerhalb von den Vorgaben. Du brauchst, um Ziele zu kriegen, musst du halt auch klare Vorgaben haben. Und die müssen halt von irgendwo getaktet werden. Dann kannst du sicherlich sagen, du hast den ganz cool, du bist da ganz knapp an dem Ding dran oder so. Egal, mein Ziel war das, ich bin drunter geblieben, egal wie weit weg oder wie nah dran ich an dem Ziel war. Drunter ist drunter, drin ist drin, egal wie.
René
00:15:59
Gut, dass du das gerade sagst. Es ist auch wichtig, dass man diese Zahlen auch wirklich vernünftig liest. Wenn da jetzt jemand um die Ecke kommen würde, du hast es gerade eingangs gesagt, der schlürft da irgendwo durch den Flur. Jetzt nehmen wir mal an und du weißt, worauf ich hinaus will, wahrscheinlich jetzt schon. Du hast Zielvorgabe vier Stunden und landest bei zwei. Man muss ehrlicherweise sagen, es gibt dann auch durchaus Geschäftsführer oder so, die entsprechend eine falsche Maßnahme daraus ableiten könnten. Also diese Zahlen muss man dann auch entsprechend lesen und fair bewerten. Da können wir noch was einsparen. Bei uns läuft es, weil alles eben so gemacht wird, wie es gemacht wird oder Ähnliches. So muss man es eher sehen. Wenn wir jetzt weiter auf die speziellen Beispiele oder die Praxisbeispiele gehen. Gerade war es ja die Reaktionszeit, die ich ja genannt habe. Wiederherstellungszeit ist ja genau so ein Punkt. Wir haben jetzt mal wirklich irgendwas gehabt, ein Vorfall, ein System ist ausgefallen, keine Ahnung was. Diese Wiederherstellungszeit, bis es wieder läuft, lässt sich auf jeden Fall auch messen. Und das ist, glaube ich, auch ein extrem wichtiger Punkt, den man messen sollte. Am Ende des Tages, wenn das Unternehmen für sich sagt, wir können nicht länger als zwei Stunden auf dieses System verzichten. Mal angenommen, es wäre so. Und das System fällt aus. So, Wiederherstellungszeit, weil ich meinen Backup nur in der Cloud mache. Ich muss es noch runterladen, muss es wieder auf eine Hardware wiederherstellen und dann noch aufstellen. Und dann dauert das Ganze fünf Stunden. Dann sollte ich mich vielleicht fragen, ob meine Backup-Strategie oder die Strategie, die ich dafür vorgesehen habe, die richtige ist.
Michael
00:17:51
Das ist das, wovon ich eben gesprochen habe. Das schafft halt Transparenz und manchmal auch Wahrheiten, die du nicht haben willst. Absolut. Wenn die eine Abteilung sagt, diese Software, also das funktioniert ja alles. Wenn einer sagt, diese Software muss hochverfügbar sein. Maximale Ausfallzeit über jeden Tag, also auch Samstag, Sonntag vollkommen durchgehen. Maximale Ausfallzeit fünf Minuten am Tag. Kann ja nicht berechtigt sein. Und dann kann die IT sagen, cool, kann ich gerne machen. Aber dann brauchen wir den Server, brauchen das RAID-System, brauchen den Backup, brauchen das in der Ecke liegend. Parallel, was wir vorhalten müssen. Wir brauchen das Service Level Agreement mit unserem Vertragspartner. Und wir müssen die Resonanz so hochziehen, dass wir das entsprechend erfüllen können. Und dann hast du einmal die Anforderungen aus der einen Abteilung. Ich hätte es gern. Hast die Realität aus der anderen Abteilung. Und dann musst du abwägen. Entweder waren meine Ideen vorher ziemlich überzogene Wunschvorstellungen. Dann kann ich da ein bisschen Abstriche machen. Dann rede ich mit der IT. Ab wann wird es ein vertretbares Maß? Wo kommen wir hin? Was ist Standard bei uns? Was können wir? Oder du siehst halt jetzt einfach, jawohl, dann kostet das System, was ich so schnell wieder brauche, eben mal schnell 30, 40 x 1000 Dollars, um die Verfügbarkeit, wie sie gebraucht wird, herzustellen. Und das kriegst du halt echt erst, wenn du dir darüber intensive Gedanken machst und dann auch mal selbstkritisch an die Sache dran gehst.
René
00:19:20
Absolut. Nehmen wir mal weitere Beispiele, nur damit wir es Vollständigkeit haben. Ich meine, wir könnten jetzt natürlich unendlich Beispiele nennen. Ich würde jetzt nur noch ein paar reinwerfen wollen, weil Security ist ja manchmal auch so ein Punkt, wo man nicht sehr genau weiß, wie man es messen soll. Also ich glaube, alleine da haben wir ja auch schon ein paar Mal drüber gesprochen. Nehmen wir mal M365. Du hättest da die Angriffe, wie viele wurden abgewehrt, was ist da vorgekommen, funktioniert unsere Spam-Richtlinie und so weiter. Das kannst du schon alles messen, wie viel rausgefischt wurde und wie viele eben auch nicht. Dann könntest du MFA-Quote messen, also wie viele nutzen wirklich MFA, wie viele Anfragen sind da vielleicht auch falsch, also wie viele Anfragen wurden falsch beantwortet. Dann weißt du nämlich auch, dass da gerade Angriffe stattgefunden haben. Den Patch-Stand kannst du messen auf Firewall, auf Server, auf allem Drum und Dran. Du kannst den Backup-Erfolg messen, also gab es da Einschränkungen bei der Sicherheit, bei dem Backup, oder ist es erfolgreich durchgelaufen, oder habe ich vielleicht auch an gewissen Tagen gar keinen Backup, warum auch immer. Kritische Schwachstellen, also da gibt es ja auch Systeme für, die zum Beispiel Security-Audits zwischendurch immer wieder laufen lassen, damit du da weißt, abgesehen von dem, was Microsoft selber meldet, oder dein Monitoring-System meinetwegen, hast du da nochmal ein unabhängiges System, was da nochmal drauf prüft und dir darüber auch nochmal Informationen ausgibt. Auch das kannst du messen. Pentests sind auch ein Paradebeispiel dafür. Da hast du vielleicht keinen prozentualen Wert zwingend, aber am Ende des Tages ist auch das, gut, mittel und schlecht, ist ja am Ende auch etwas Messbares und auch damit kann man dann arbeiten. Also dementsprechend kann auch sowas dann eben zur Auswertung oder zur Messung genutzt werden. Und das lässt sich, glaube ich, auf jeden Bereich übertragen. Also wir haben jetzt in letzter Zeit ganz, ganz viel über Daten, über Zahlen, über was weiß ich was gesprochen, die irgendwie in Verbindung gebracht werden können. Alles das, wo du diese Zahlen normalerweise rauskriegst, um irgendwas damit zu tun, da kannst du auch messen, ganz klar.
Michael
00:21:45
Genau, du musst halt bei all diesen Messereien ganz kurz halt aufpassen, dass du das misst, was du wirklich brauchst. Wer viel misst, misst viel Mist. Das heißt, der ganze Kram sollte schon sinnvoll sein für dein Unternehmen wertschöpfend rein. Und vielleicht, wir gehen jetzt gerade noch so ein paar andere Sachen noch durch, aber hier mal den Hinweis, vom VDA, von ENX, kannst du den TSACS-Katalog runterladen, er ist kostenlos und im TSACS-Katalog sind, glaube ich, 45 IT-KPIs drin oder 40, 45, eine ganze Menge KPIs drin, die man sich mal angucken kann, was im Prinzip auch genau das beschreibt, was du gerade gesagt hast. Das fängt los bei Effektivität von Schulung zu Security, Patch Level, den ganzen Kram. Dann kann man sich mal eine Idee holen. Nicht alle sind für jedes Unternehmen sinnvoll, nicht alle sind passend, aber wenn man da nochmal Anregungen braucht, kann man auf der ENX-Seite den ganzen Kram einfach mal runterladen.
René
00:22:46
Verlinken wir euch in den Shownotes.
Michael
00:22:48
Ja, siehst du, René verlinkt in den Shownotes.
René
00:22:50
Perfekter Service. Der ist ja mal einfassender, braucht man nicht suchen.
Michael
00:22:55
Genau.
René
00:22:56
Ja, wenn wir jetzt mal einfach darüber sprechen. Also wir haben ja gerade ein paar Kennzeichen genannt. Jetzt muss man mal als Unternehmen sich selber fragen, habe ich Kennzahlen, machen die Sinn, die ich habe? Und nehmen wir mal jetzt ganz einfache Sachen, die wirklich eigentlich schon die Basis von meinem ganzen Tun in der IT sein sollten. Und ich finde auf jeden Fall durchschnittliche Ticketdauer, das hatte ich ja schon mal gesagt, also die SLA ist falsch an der Stelle, aber Bearbeitungszeit, dann die häufigsten Störungen, was tritt immer wieder auf, weil dann weiß ich auf jeden Fall, da wird die Ursache nicht bekämpft, sondern nur die Symptome.
Michael
00:23:40
Also ich glaube da ganz kurz, weil wir gerade über die Tickets sind und bei den häufigen Störungen, ich glaube, dass es essentiell ist, überhaupt Tickets im Unternehmen zu erfassen. Und ich glaube, dass es sauvichtig ist, Tickets zu klassifizieren, dass du aus den Klassifizierungen Sachen ableiten kannst. Es hilft dir wenig, wenn du am Jahresende sagen kannst, wir hatten 500 Tickets. Ich sag mal, gibst du als KPI oder Zielhaus, wir wollen maximal 500 Tickets im Jahr haben, davon kannst du ja am Ende vom Tag ein Eis kaufen.
René
00:24:12
Das will ich sehen, wie willst du das machen? Ihr dürft jetzt keine Tickets mehr melden, 500 sind voll.
Michael
00:24:17
Genau, da kannst du dir ein Eis von kaufen. Aber du kannst halt einfach gucken und da kannst du relativ gering oder relativ gut, wenn du das klasterst, eben sehen, auf welchen Faktoren oder welche Ursachen waren häufigst für irgendwelche Tickets und dann Maßnahmen ableiten. Wenn halt der zehn Jahre alte Drucker, der unten rechts noch im Büro steht, alle 14 Tage für mindestens drei Stunden ausfällt, weil er wieder irgendein Zimberlitzchen hat, dann kannst du sehr schnell daraus ableiten. Es wäre vielleicht ganz cool, da unten mal einen neuen Drucker hinzustellen.
René
00:24:48
Du meinst, den Drucker abzuschaffen?
Michael
00:24:49
Oder den Drucker abzuschaffen, noch besser. Oder Server oder Telefon oder whatever. Oder aber auch neue Software eingeführt, 85 Fragen an der ganzen Sache. Es wäre wohl cool, wir würden mal eine Schulung machen. Genau. Also auch das kann ja durchaus sein.
René
00:25:12
Aber nehmen wir mal jetzt auch ein Beispiel, wo jetzt der Geschäftsführer oder die Geschäftsführung generell ein hohes Interesse daran hat. Wenn wir jetzt mal sagen, okay, ich messe jetzt wirklich mal mein Ticketaufkommen meinetwegen oder die Zeit, die wirklich da reinfließt, um es instand zu halten, die Amtsschaffungskosten und die Lebensdauer. Das würde ich jetzt alles so nebeneinander legen und alle Lizenzen und so weiter, was ich brauche. Daraus lässt sich ja ableiten, was kostet mich einen Arbeitsplatz effektiv? Über drei Jahre meinetwegen oder fünf oder was weiß ich, so wie man sich halt den Zyklus setzt. Aber das sind ja Dinge, die kannst du damit auf jeden Fall messbar machen. Und ich glaube, dass viele, wenn ihr uns zuhört, ich glaube wirklich, dass viele diesen Wert nicht eben aus dem Ärmel schütteln können. Jetzt, wo wir drüber gesprochen haben, okay, dann könnte man es auswerten, weil man die Daten vielleicht irgendwo hat. Aber am Ende des Tages, dass man jetzt eben einmal auf den Button klickt und sagt, das ist jetzt der effektive Wert, den wird fast keiner haben.
Michael
00:26:17
Das wird auch sau schwer sein, weil ich versuche es gerade mal für mich zu grob zu überschlagen, weil du hast ja das Gerät. Nimm nur das Gerät und die Softwarelizenzen, die auf dem Gerät laufen beziehungsweise die Software-as-a-Service-Arbeitsplätze, die der User des Gerätes eben hat, damit er arbeiten kann. Das gehört ja mit dazu als Arbeitsplatz. Allein das zu überschlagen, ist tricky. Und ich glaube, dass die laufenden Kosten, die Anschaffungskosten von der Hardware sehr schnell übersteigen werden.
René
00:26:53
Absolut, definitiv. Aber mir geht es halt nur darum, diesen Wert, dass man den nicht eben parat hat. Das hat man meistens nicht, wenn man nicht gezielt sowas für sich eingerichtet hat. Dementsprechend ist das sicherlich einer der KPIs, die man für sich vielleicht auch mal dann, ich sage mal, es wird ja immer spannender, umso mehr Mitarbeiter dann auch da sind. Ich meine, klar, für ein kleines Unternehmen ist es auch wichtig, aber umso größer es wird, das multipliziert sich dann ja nur in Summe.
Michael
00:27:26
Ja, aber das ist ein wichtiger Punkt, wenn wir über KPIs reden und über solche Dinge. Das gibt dir halt als Admin sehr wahrscheinlich in sehr kurzer Zeit eine belastbare Zahl und einen belastbaren Index, dass es vielleicht doch sinnvoll ist, am Anfang ein bisschen Pulver mehr in die Hardware zu stecken, weil die Fehlerquote und die Lebenserwartung ein bisschen länger ist. Im Vergleich zu, wir kaufen jetzt für 199 Euro ein Chromebook, irgendein Gerät und es funktioniert hinten und vorne nicht. Wir sind mit Störungen belastet. Genau das ist ja das, was du am Ende vom Tag wirklich als Zahlen, auch als ITler haben willst, weil du einfach sagen kannst, Pass auf, Chef, wir haben jetzt die Sorte gekauft, die fällt nach dem Jahr aus. Wir haben die Sorte gekauft, die hält vier Jahre. Die eine hat das gekostet, die andere hat das gekostet über die vier Jahre, über die Lebenszeit. Lifecycle haben wir auch schon mal einen Podcast darüber gemacht. Es ist wesentlich günstiger, hochwertiger zu kaufen oder du machst Lizenzen, Kauflizenzen, Software-as-a-Service-Lizenzen. An welcher Stelle kippt der Kram? Eigenen Server, Cloud. Ich meine, da können wir jetzt x Beispiele rausnehmen für, wo du das auch wirklich brauchst und du eben auf gar keinen Fall mit Bauchgefühl arbeiten kannst. Wenn du in eine Argumentation kommst mit Anschaffungen und Sachen, da kannst du dich auf keinen Bauch mehr verlassen, sondern da muss es belastbar sein und dann brauchst du Zahlen.
René
00:28:58
Und wozu sollst du dir das auch auf dem Ärmel schütteln, wenn du es auslesen kannst? Das ist ja einfach ein Punkt. Ja, und dann Wiederherstellung, das hatte ich ja gerade schon mal gesagt, ist sicherlich auch ein Punkt, vielleicht willst du aber auch Digitalisierung messen. Auch das ist ja ein Punkt, was du wahrscheinlich jetzt auch nicht so einfach greifen kannst, weil du die Abteilung nicht, also es kommt drauf an, in welcher Position man ist, aber in jeder Abteilung, gerade wenn das Unternehmen etwas, also mehr als fünf Personen ist, kannst du davon ausgehen, dass da Prozesse stattfinden, die du noch nie gesehen hast, weil du mit der Person nicht in einem Büro sitzt oder nicht die ganze Zeit auf die Finger guckst quasi. Und auch das, du könntest halt auswerten, wie viele manuelle Prozesse gibt es tatsächlich noch, wie viel Zeit kosten die, wie könnten wir die vielleicht, dann kann man auch da den Digitalisierungsgrad so ein bisschen messen. Das sind alles so Punkte. Und wenn du zum Beispiel auch die Punkte, die wir gerade genannt haben, was die Sicherheit angeht, wie man Security messen kann, auch daraus, du kannst so ein gewisser Sicherheitsreifer daraus ableiten, kannst dann sagen, okay, im Großen und Ganzen ist es gut, ist vielleicht der eine Punkt nicht so optimal, aber im Großen und Ganzen sind wir gut aufgestellt. Auch das kann eine Aussage oder eine Erkenntnis sein, die da rauskommt. Klar, das sollte jetzt nicht so ein kritischer Punkt dabei sein, wie ich habe kein Backup, aber der Riss ist super, dann vielleicht nicht. Aber so grundsätzlich kannst du da schon einiges draus ziehen. Auf jeden Fall. Sagen wir mal so, Michael, glaubst du, dass gute IT sich immer in Zahlen ausdrücken lässt? Der Philosoph geht los.
Michael
00:30:48
Nein. Es ist wie bei allem. Wenn wir mal um QM drehen, an sich kreisen wir die ganze Zeit über KPIs, du kannst nicht alles wirklich hart messen. Ich gebe dir mal ein Beispiel, Vertrauen, Zusammenarbeit, die Chemie zwischen dem IT-Dienstleister und dem internen ITler, das ganze Zeug, wie willst du es hart an dieser Stelle messen, außer nachher wieder das Ergebnis zu sehen, nämlich eine gut funktionierende IT und geringe Downtime.
René
00:31:31
Da gibt es aber noch einen Punkt, wenn ich ganz kurz einhaken darf. Selbst wenn du eine interne IT hast und du hast da einen IT-Leiter drin sitzen, und der ist mit einer eingesetzten Lösung nicht glücklich, kann ich dir jetzt schon sagen, das wirst du nicht messen können, aber am Ende des Tages wird das Ergebnis nicht so gut. Aber das ist etwas, was du nicht messen kannst. Am Ende des Tages wird es intern wahrscheinlich heißen, die Software ist Müll. Das liegt aber einfach daran, dass die beiden nicht miteinander kompatibel sind.
Michael
00:32:01
Auch das kann passieren. Das kann definitiv passieren. Das ist ein Thema, weil es ja auch Befindlichkeiten sind. Es sind ja auch Themen. Wenn der ITler nicht das kriegt, was er haben will, oder er kriegt irgendeinen Mist vorgesetzt oder es wird irgendeine Sparlösung, dann wird das nie so gut funktionieren und nie so toll sein, wie das, was er sich überlegt und ausgearbeitet hat. Das sind alles Faktoren, die man mit reinmachen kann. Sicherlich stimmen am Ende vielleicht irgendwelche Zahlen wieder, aber dieses ganze Menschel mit Vertrauen und Zusammenarbeit und Interaktion, das kriegst du meiner Meinung nach schlecht gemessen.
René
00:32:48
Das sehe ich ganz genau so. Das lässt sich auf jeden Fall schlecht messen. Gerade auch das Zusammenspiel mit Externen. Wenn man intern mit Externen kommuniziert, kann es nochmal ganz schwierig werden. Ich hoffe, es ist nicht so, aber du kannst es halt nicht messen, weil beide ihre eigenen Systeme und Ansprüche dann wieder an ihre Leistung haben.
Michael
00:33:14
Machen wir mal kurz einen Realitätscheck. Wenn dich der IT-Leiter intern mit dem Dienstleister extern gut versteht und es in der Bude des IT-Leiters intern brennt und er nimmt den Telefonhörer zu Hand und sagt, hier, pass mal auf, hier habe ich ein Thema, mach mal ganz kurz und der sagt, eigentlich bin ich gerade in der Mittagspause, aber warte, gib mir fünf Minuten, ich ziehe dir das eben gerade. Da wird es kein Ticket für geben, sind wir mal Realisten. Verstehst du, was ich meine? So ein Ding wird es immer geben. Du musst dir klar sein, dass du diese ganzen Tracking und diese ganzen Zahlen, was du machst, das ist immer nur so gut, wie du fütterst und das ist immer nur das, was du brauchst und was du hast. Es wird immer Faktoren geben, die da eine gewisse Unschärfe und einen Rauschen reinbringen. Und ich finde es auch gar nicht so schlimm, so langsam Ende, in der Gesamtsumme landet man in einer Katastrophe.
René
00:34:06
Ja, man muss auch immer vorsichtig sein. Zu viel messen sollte man natürlich auch nicht. Man sollte sich nicht komplett in Zahlen verlieren. So wie ich eingangs gesagt hatte.
Michael
00:34:17
Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Das ist nach wie vor ein Running Gag. Das ist halt so.
René
00:34:23
Das wollte ich aber jetzt niemandem unterstellen. Mir ging es gerade nur darum, das, was ich eingangs gesagt hatte, gerade hatte ich es noch. Das wird mir gleich bestimmt wieder einfallen. Wir machen erst mal weiter. Wenn es mir einfällt, dann sagst du es gleich nochmal raus. Ich sage mal so, nehmen wir das Ganze doch mal als Beispiel. Das mit dem übermäßig Messen. Das hatte ich ja gerade noch gesagt. Das ist auch wirklich der Punkt. Wenn du jetzt anfängst zu sagen, wir haben vier Stunden definiert, wir sind aber bei zwei gelandet, du scheinst zu viele Ressourcen zu haben, wir setzen dich noch dafür ein. Das ist der falsche Ansatz. Deswegen sollte man diesen Weg nicht gehen. Nicht übermessen, sondern einfach sagen, es passt so, wie wir es haben. Oder es stimmt halt nicht, da müssen wir nachjustieren. Das ist völlig in Ordnung, aber nicht übertreiben. Wenn wir das jetzt mal sinnbeispielhaft nehmen, dann könnte man sich jetzt ein Auto vorstellen. Ja, das passt glaube ich ganz gut. Ich denke auch. Beim Auto gucken wir uns ja schon. Da haben wir immer irgendwelche Messzahlen. Erstmal die Kilometer, die Laufleistung, dann haben wir den Benzinverbrauch, Strom, egal. Dann hast du Wartung, was habe ich dahinter. Dann hast du einen Reifendruck, du hast einen Ölstand. Das sind ja alles Dinge, die schon gemessen werden. In modernen Autos noch viel mehr. Da wird gemessen, aber da wird auch nur auf den Punkt gemessen. Da ist es jetzt auch nicht so, dass das Auto sagt, dein Spritverbrauch ist zu niedrig, gib mal jetzt Vollgas. Totaler Schwachsinn.
Michael
00:36:19
Ja, aber was in der Analogie super passt, was du eben gesagt hast, auch da fragt man dann nach der Sinne. Wenn du sagst, wir nehmen den Verbrauch, der ist ja bewusst auf 100 km angegeben. Der ist ja bewusst nicht auf 5 km. Wen interessiert es zur Detailtiefe und wie oft ich messe? Das muss auf einem vernünftigen Verhältnis stehen. Welche Aussage hat das, wenn ich morgens im Winter 3 km von zu Hause auf die Arbeit fahre und ich habe einen Durchschnittsverbrauch auf 28,5 Liter. Welche Aussagekraft steckt dahinter? Was will ich messen und welchen Sinn hat das, was ich messe, damit ich in entsprechenden Intervallen eine Häufigkeit habe und einen Sinn hinter der Messerei habe. Einfach nur zu messen, weil ich es kann, macht überhaupt keinen Sinn, weil es mich komplett nervös macht. Dann sitze ich hier und sage, ich habe jetzt für die 5 km im Schnitt 28,5 Liter verbraucht, was ist denn mit meinem Auto kaputt? Ohne, dass ich andere Einflussgrößen oder Sachen habe. Die sind ja bewusst auch auf Kilometer und auf Strecke ausgelegt, damit es sich ausgleicht und man einen Wert hat, mit dem man vernünftig arbeiten kann.
René
00:37:30
Das ist so. Es gibt natürlich auch gewisse Sachen, wo ich sage, du musst nach 1,5 Jahren das oder das tauschen. Ob es dafür technische Gründe gibt oder nicht, ist alles dahingestellt. Gerade auch das Messen. Wenn ich sage, ich möchte gucken, wann es tatsächlich Sinn macht, meine Hardware zu tauschen. Auch das ist ein Punkt. Das kannst du ja auch irgendwo messen. Klar, Ausfälle sind eher zufällig. Wahrscheinlich eher zufällig. Du kannst ja nicht hinmessen, bis es soweit ist. Aber du kannst schon messen, ob das System langsamer wird. Auch im Millisekundenbereich geht ja schon. Verschleiß lässt sich immer schlecht messen. Aber ein Prozess, der bisher 2 Minuten gedauert hat, und jetzt nach 5 Jahren Serveralter dauert er 5 Minuten, dann sollte man mal drüber nachdenken.
Michael
00:38:37
Das ist ein super wichtiges Thema, dass man einfach sagt, weil du gerade auch bei Verschleißteilen warst, macht es jetzt wirklich Sinn? Ja, es hat sich jemand darüber Gedanken gemacht. Es gibt ein Lifecycle für Luftfilter. Auf einmal geht der Verbraucher um. Es gibt aber auch ein Lifecycle für den Server. Es gibt ein Lifecycle für Endgeräte. Du willst ja nicht in den Ausfall reinkommen, solltest du nicht wollen, sondern du willst ja kurz vor Ausfall oder kurz vor Ineffektivität des Systems austauschen. Dann brauchst du mal ein paar Erfahrungswerte, musst du mal einen Schuss wagen, musst du mal hier was gucken und musst dann sagen, wir tauschen nach 3 Jahren die Geräte. Irgendwann stellst du fest, nach 3 Jahren sind die eigentlich noch gut. Dann setze ich das Ding auf 3,5 hoch, dann gehe ich an 4 dran, bis ich merke, jetzt fallen die ersten aus. Du musst das aber erfassen, dass du da eine Basis hast. Du kannst nicht aus dem Bauch rausschießen. Ich kenne keinen IT-Leiter, der bei der Geschäftsleitung durchkommt, wird aus dem Bauch rausschießen. Wir kaufen mal, damit wir auf der sicheren Seite sind, einmal im Jahr ein komplett neues Server-Rack. Da wird der geschickt. Der wird schon sagen, was haben wir denn für eine Laufzeit. Der wird auch vollkommen vernünftigerweise ein erwartetes Interesse haben, so lange wie möglich laufen zu lassen, damit er eben von seinem Geld was hat. Aber der will auch garantiert nicht, dass das Ding irgendwann kaputt geht und crasht. Das heißt, du musst diese Zeiten definieren. Das ist eine super wichtige Sache. Da gibt es einen Podcast darüber. Da haben wir uns 1,5 Stunden über das Lifecycle von IT-Geräten ausgelassen.
René
00:40:21
Haben wir darüber gesprochen, aber genau das ist das, wie du gerade sagst. Wenn man sich diesen Wert setzt und z.B. dann misst, wie alt das Gerät ist, und das dann gegenüberlegt, dann weiß man, ich habe jetzt noch 170 Tage, dann müsste ich das Gerät austauschen, nach dem, was wir definiert haben. Man muss immer nur wissen, wo liegt mein Wert in dieser Erhebung und was ist dann nachher das Resultat daraus. Das soll es eigentlich zum größten Teil widerspiegeln. Ich glaube, es geht auch im Großen und Ganzen einfach nie darum, perfekte Zahlen zu haben. Das wird gar nicht gehen. Eine IT wird dir nie perfekte Zahlen ausspucken. Das geht nicht. Du wirst immer Fehlermeldungen dazwischen haben. So funktionieren IT-Systeme einfach. Wie würdest du es nennen? Es geht ja nicht darum, perfekte Zahlen zu erheben, sondern worum geht es denn hauptsächlich in diesen Zahlen, die man dort erhebt?
Michael
00:41:27
Wir sind ja eingestiegen mit Kann man IT messen? Wir haben jetzt eine gute halbe Stunde einen Schnack gehalten und ich glaube, am Ende reden wir über einen Reifegrad. Wie gut performt meine IT? Wo will ich hin? Was habe ich für einen aktuellen Reifegrad? Wo stehe ich gerade? Dann habe ich über das alles kumuliert wahrscheinlich einen Reifegrad drüber gezogen. Dann könnte ich über diesen Reifegrad grob sagen, in welche Richtung bewege ich mich. Über Quartalsreifegrad, über Jahr, Halbjahr, wie ich mir das definiere. Und kann dann mal ganz gut sehen, wo sich das entwickelt. Wird es besser, wird es schlechter, bleibt es gleich. Und wenn es schlechter wird, würde ich gucken, wo ist es schlechter geworden. Dann machst du den Deep Dive, dann gehst du rein und guckst dir genau an, wo es drauf ist. Für so einen ersten Indikator würde ich das ganze Ding sagen, ich hätte gerne den Reifegrad von meiner IT im Groben damit gemessen. Das wäre so das, wo ich hin will.
René
00:42:35
Das bricht es eigentlich wirklich runter. Ich wäre in die gleiche Richtung gegangen. Eigentlich geht es immer darum, eine Wasserstandsmeldung ist vielleicht ein bisschen zu hoch gegriffen, zu kurz gesehen. Aber du willst halt wissen, wo du stehst. Und was ich ganz gut finde, du hast ja gerade gesagt, du guckst dir dann den Verlauf hinten raus an. Das ist etwas, was wir in der Praxis auch schon haben. Wenn du dir den Verlauf anguckst, auch da kannst du manchmal daraus ableiten. Nehmen wir mal an, das Budget wurde gekürzt, Services wurden gestrichen, keine Ahnung was. Und du siehst dann, der Reifegrad geht nach unten. Dann weißt du eigentlich ganz genau, woran es liegt. Und dann kannst du damit auch argumentieren. Auch aus Sicht der ITler, das hattest du ja eingangs gesagt, für die ist es genauso wichtig wie für die Geschäftsführung, dann auch sagen zu können, wir haben Maßnahmen ergriffen. Ihr seht aber, das ist das Resultat daraus. Entweder wir haben es super gemacht, danke dafür. Schön, dass wir den Weg zusammen gegangen sind. Oder Leute, das hat wohl so nicht funktioniert. Wir müssen da jetzt wieder nachjustieren, damit wir wieder in eine bessere Lage kommen.
Michael
00:43:55
Aber auch hier gehört zur Wahrheit dazu, das haben wir auch schon gehabt, wenn die Zahlen schlechter wären, obwohl das Budget von 150.000 Euro zusätzlich freigegeben wurde, oder von 200.000 zusätzlich im Unternehmen freigegeben wurde, dann ist die Frage auch da, wenn die IT jetzt schlechter wird, an welcher Stelle war das jetzt ein Effekt, wo ist das Geld hin versickert, warum sehen wir keinen positiven Effekt im Reifegrad, den wir wahrscheinlich erwartet haben, wenn wir noch mal reinprüfern. Deswegen ist immer Transparenz schafft Klarheit, und Klarheit ist manchmal auch nicht angenehm. Aber das muss so sein, sonst kannst du nicht besser werden.
René
00:44:37
Aber selbst wenn du jetzt erkennen solltest, mein Reifegrad geht nach unten, wir haben da jetzt richtig Geld reingepumpt, aber trotzdem geht er nach unten, dann geht es ja darum, die Ursache dafür zu finden. Das kann ja sein, dass die Sicherheitslage am Markt einfach total anders geworden ist. Es kann ja viele Gründe haben. Nehmen wir mal das Paradebeispiel. Wir haben doch über Mythos gesprochen. Nehmen wir mal das an, und die Erkenntnisse, die aus so einem System kommen, bewerten auf einmal deine Systeme. Dann wirst du auf einmal von einem, wenn du einen Score hast zwischen A und E oder F, und du stehst normalerweise bei B, und auf einmal kommen da 180 Schwachstellen aus dem System ausgespuckt. Klar wirst du nicht mehr auf B stehen, aber das ist halt genau das. Dann muss man halt wissen, woher kommt das jetzt? Das ist das, was man herausfinden muss, und wie steuern wir dagegen? Ist es dann wirklich reines Budget, oder müssen wir uns vielleicht auch ein Know-how holen, um das wieder besser in den Griff zu kriegen? Das kann ja auch durchaus sein. Aber das sind Erkenntnisse, die gewinnt man eben erst aus diesen Zahlen. Michael, ich würde es diesmal nicht unnötig in die Länge ziehen. Ich glaube, wenn du jetzt nichts mehr hast, ich persönlich hätte alles gesagt.
Michael
00:46:04
Dreiviertelstunde passt doch super. Gut, waren ja auch nur KPIs, über die wir gesprochen haben.
René
00:46:12
Ja, aber es passte ja wieder in das rein, was wir jetzt vorhaben, mit einer Fragestellung heranzugehen. Ich hoffe, das trifft auch euren Geschmack als Zuhörer, dass wir einfach nicht immer sagen, wir gucken uns jetzt mal einen Exchange Server an, sondern wir sprechen halt wirklich über Probleme, die da existieren, Fragestellungen, die es einfach gibt, und sprechen dann darüber. Das Gute bei diesen Fragestellungen aus meiner Sicht ist, dass wir sie nicht immer nur aus einer Perspektive sehen können oder sehen sollten. Das haben wir ja jetzt auch getan. Wir haben es ja einmal aus der Geschäftsführersicht gesehen und einmal von der IT-Abteilung oder auch von den Mitarbeitern. Bei so einer Fragestellung, jeder hat ja auch eine andere Perspektive auf so eine Frage. Die Frage stellt sich aber trotzdem irgendwie für alle. Also von daher, das ist das, wo wir eigentlich hinwollen, was wir vielleicht so vermitteln können, dass man es im Alltag dann auch noch irgendwie anwenden kann oder ein bisschen was für sich mit rausziehen kann. Könnt ihr aber gerne nochmal Feedback darauf geben? Nicht, dass wir hier der Annahme sind, dass es eine coole Sache ist und ihr sagt, ja, was ein Schrott. Kann ja passieren, ich hoffe nicht, aber wie gesagt, da gerne auch mal Feedback geben unter den Kanälen oder irgendwie per Mail oder sonst was. Bieten wir ja immer an. Also wenn ihr gerne in Kontakt treten wollt, meldet euch. Kontaktmöglichkeiten gibt es genug. Also Michael und ich reagieren. Gehört habt ihr uns gerade, wenn ihr uns noch sehen wollt, auf allen Social-Media-Kanälen. Und ansonsten würde ich sagen, von mir aus, wir hören uns in 14 Tagen wieder. Besten Dank, besten Dank Michael und bis dahin.
Michael
00:48:02
Von mir auch vielen Dank fürs Zuhören. René, ich danke dir. Bis in zwei Wochen. Grüße aus Wetzlar. Macht's gut und tschüss.

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